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6 (1837) Gott in der Natur
Entstehung
Seite
441
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eine Reise vor. Ein wildes Regenwetter schreckt dich ab. KannstDu berechnen, was nun die Folgen deines für jenen AugenblickUnterlassenen Besuchs oder aufgeschobenen Reiseplans seinMüssen? In der Stimmung, wie du heute gegangen wärest,wirst du morgen nicht gehen. Was man dir heute gesagt hätte,.wirst du morgen nicht hören. Denen du heute begegnet sein.würdest, die können dir merzen nicht begegnen. Daher sind inSir ganz andere Gedanken, Neigungen und Entschlüsse rege ge-worden , als wenn dich der Regen nicht im ersten Vorsatz gestörthätte. Die ganze Reihe deiner Vorstellungen ist damit eine anderegeworden, folglich auch zugleich eine unübersehbare Reihe vonHandlungen, die sie bei dir veranlaßt haben, oder die du nunbei Andern veranlaßt hast.

Glaube «echt, das wäre einerlei gewesen, und sehr gleich-gültig. Es gibt im Lauf der Ereignisse nichts Geringes; wenig-stens sind wir kurzsichtige Sterbliche es nicht, welche es unter-scheiden können vom Wichtigem. Das Merkwürdigste, was inÄer Welt geschieht, hat immer eine unbemerkte Kleinigkeit zurersten Ursache.

Nichts so lebhaft, als der Gang der Witterung, erinnertmns an unsere Abhängigkeit von der Gnade Gottes. Mehr oder«linder ist unser irdischer Wohlstand eine Folge davon. DerLauf des Wetters ist gleichsam die sichtbare Hand Gottes, welche«ns Segen spendet. Die Gewölke, wie sie am Himmel her-zend hinziehen, weben unser Schicksal; die Lüste, ob sie etwaswärmer oder kälter wehen, stoßen gütig oder rauh an unserOlücksgebäude. Wie viel ist an einem Jahre gelegen! WelcheVeränderungen bringt eine ganze Reihe fruchtbarer Jahre imWohlsein eines Volkes hervor; und wie unbedeutend darf dieWitterung nur von der Art abweichen, in der sie wshlthätigwäre, um mit unfruchtbaren Zeiten uns zu schlagen! Einlange verschleierter Himmel, ein Spätfrost, eine Hagel ge-bärende Luftschicht über unfern Häuptern, eine Nacht, eineStunde kaun uns in unftrm Wohlstand zurückbringen. WerLeitet die Wolke, wer kältet die Luft aus, wer ruft die Kraftzusammen, welche nirgends anders, als eben über unfern