So wie Gott weit entfernte Sonnen und Monde nimmt,um Wohlstand oder Verarmung, Fruchtbarkeit oder Unfrucht-barkeit in einzelnen Familien der Sterblichen, in einzelnenDorfschaften, Städten, Ländern zu bestimmen: wirkt auf seinGeheiß wieder die verborgene Kraft des Erdballs aus seinemInnersten hervor gegen andere Welten, und folglich auch aufden nahe liegenden Dunstkreis ganz unmittelbar. So wie dieLuft, mit allen ihren Bestandthcilcn, in das Wasser und tiefin die Erde eindringt: so dringt wieder das Wasser in die unsumgebende Luft, und schwebt verdünstend in dem Nebel um unsher, in den Wolken hoch über unfern Scheiteln. Die Elementehaben ihren ewigen Verkehr. Man kann sich leicht eine Vor-stellung vom Einflüsse des auf Erden vorhandenen und ver-dunstenden Wassers auf die Luft machen, sobald man die Mengedesselben denkt. Ungerechnet die zahllosen Bäche, Flüsse, Ströme,Seen, nehmen die Meere den größten Thcii von der ganzenOberfläche unserer Weltkugel ein; sie betragen mehr als zwerDrittel von derselben; das feste Land nimmt kaum ein Dritteldes ganzen Raumes ein. So erscheint die Welt, die wir jetztbewohnen, von außen mehr wie ein Wasserball, als wie einErdball.
Wenn nun die weiten Wasserflächen verdunsten und dieWasscrthcilchen in die Luft aufstcigen, wird durch ihr Empor-steigen anderes aus der Stelle verdrängt, und die zarte, beweg-liche Luft dadurch erschüttert. Diese Erschütterung heißt Wind.Schnelle und starke Verdünstungen erregen Sturm. Der Son-nenstrahl, welcher dich vor deiner Hütte erquickt, verdünntmit erregter Wärme die Luft, anderswo beschleunigt er dieVerdunstung des Wassers, bewirkt hier ein kühlendes Lüftchen,anderswo erregt er einen Sturm, der Schiffe zerschmettert unddie Tannen des Waldes entwurzelt. Das ist, o Sterblicher, dieMacht des Allmächtigen in seinem Sonnenstrahl. Du wärmestdich an demselben gedankenlos, oder sinnest, wie das Thier, aufdeine Nahrung r.nd Wollust, während groß und feierlich dieserStrahl die Majestät des Ewigen verherrlicht.