wieder Einwirkungen noch entfernterer Sonnen im Welt-gebäude? Einwirkungen von Sonnen, die in den endlosenRäumen des Himmels unsrem Auge gar nicht mehr erkennbarsind wegen ihres allzuentlegmen Standes? — Daß also, oLandmann, deine Felder und Aecker im Sommer oder Frühling 'zu wenigen Regen oder zu viel haben sollen: daß deine WeinbergeUeberfluß oder Mangel an Wärme erhalten, wird in den Ent-fernungen des Weltgebäudes bereitet, deren Größe auszusprechender Mensch keine Zahlen mehr hat. So waltet der allmächtigeGott in den Himmeln, und in den Halmen der Flur einerländlichen Familie.
Sv .Iwiß das Licht den größten Einfluß auf den die Erdeumhüllenden Luftkreis, und auf das Leben und Gedeihen vonPflanzen und Thieren hat; so gewiß ein Stern dem andern Lichtzusendet, und schon dadurch mit ihm in Verbindung tritt; sogewiß nicht nur auf Erden, sondern hoch über derselben, soweit hinauf keine Wolke mehr steigt, jenes wunderbare Feuerwaltet, das bald sichtbar, bald unsichtbar wirkt, im Blitz undNordlicht, wie im Funken des mit Stahl geschlagenen Steinsund im Leuchten geriebener Thierfelle, und im erschütterndenSchlage mancher Fische erscheint; so gewiß diese wunderbareNaturkraft durch die Einwirkungen der Sonne gemehrt undgeschwächt wird: eben so gewiß stehen alle Sternenwelten durchdiese gehcimnißvolle Kraft, welche sie in sich erregen oder min-dern , in wunderbarer Verknüpfung. Und es ist nicht ganz zuverwerfen, daß die sich täglich ändernde Stellung und Ver-hältnis« unsers Erdkörpers zu der Sonne, dem Monde und denübrigen Wandelsternen oder Planeten, eine der Hauptursachenvon den Luftveränderungen bei uns, von der Wärme und Kältedes Tages, von der abwechselnden Feuchtigkeit und Trockene derLuft und dem llnbestand der Witterung ist. Das Weltall isteine grenzenlose Wunderuhr, worin ein millionrnfältiges Räder-werk spielt, Alles vom Größten zum Geringsten ineinander greift,und dennoch Alles zu seiner Zeit und Stunde seinen vorher be-stimmten Ort einnchmen muß.