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6 (1837) Gott in der Natur
Entstehung
Seite
424
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schaffenen täglich redest, je lebendiger überzeugt mich Alles, daßdas wohlgethan ist, was Du thust. Freilich finde ich wohl nochviel BöseS in der Welt, aber das Bose ist nicht Dein Werk,sondern es ist die Frucht des Widerspruchs vom menschlichenHerzen gegen Deine weisen und unveränderlichen Weltgesetze;es ist der Schmerz, den wir uns durch diesen Widerspruch selbstverursachen; ein Schmerz, der uns hinwieder belehrend undheilsam ist.

Nun, so will ich schweigen, und mit Ergebung in DeineFührungen gehen. Ich will mein eigenes Herz bessern, willmeinen Stolz, meine Habsucht, meine Neigung zum sinnlichenWohlleben, meine Gehässigkeit gegen andere Menschen unter-drücken; will in der Weisheit, Demuth und Nächstenliebe Jesuvor Dir wandeln: dann wird sich mit dem Bösen in meinemGemüth zugleich das Böse vermindern, was ich außer mir inder Welt so häufig zu finden glaube.

Walte Du, mein Vater! ich kann nicht über mein Schicksalwalten. Walte Du, denn ich würde oft mein Glück verstoßen,weil ich es verkenne, und oft mein Unglück verlangen, weil michein Schein betrügt. Walte Du! Und wenn es auch trübe wirdum mich her, ist es hell in mir durch liebendes Vertrauen aufDich! Und wenn ich auch Deine Führungen und Deine Werkenicht begreife, und mein schwacher Geist Deine Zwecke nicht er-kennt aber ich kenne Dich. Vater, Vater, ich kenne Dich.Und wenn mir Vieles,'was mir wohl thcuer ist, verloren geht aber Dich verliere ich nicht. Und wenn der Sturm desLebens mich zu vernichten droht ich weiß es ja, Du segnestauch im Sturm.

Wer darf denn mit Dir rechten?

Wer kennt sein bestes Loos?

Licht rufst Du aus den Nächten,

Glück aus des Unglücks Schoos.

Wenn Hoffnungssterne schwinden,

Lässst Du uns Sonne schau'n;

Wir können'S nicht ergründen,

Wir können nur vertrau'»!