lebten und unbelebten Natur! Wie kann ich doch auch verzagen,wenn cs mir nicht immer so geht, wie ich es in meiner Einfalt,und wahrlich in meiner Kurzsichtigkeit oft, ohne daß ich esglaube, zu meinem eigenen Schaden, wünsche! Er, der alleunsichtbaren Faden des Schicksals in seiner Hand zusammenhält; er, der allem weiß, wohin er mich durch die Finsternissemeines Daseins führen will; er, der mich wahrlich nicht ver-gebens hineingerufcn hat in das Weltall, und zum Genossendes Lebens, und zur Erkcnntniß seiner Macht und Herrlichkeit— er läßt mich nicht verderben. Und wenn es mir auch bösegeht, und ich Trübsal leide — kann ich sagen, daß es wirklichdöse sei? Erwarte doch ruhig und vertrauensreich den Aus-gang, dann wirft du erfahren, wie er es mit dir wohl-gemeint hat, selbst dann, wenn du glaubtest, er habe dich ver-lassen und versäumt.
Geben wir doch unfern thörichken Vorwitz und den ver-messenen Stolz auf, klüger zu sein als der, welcher die Ver-hängnisse regierte, ehe wir auf Erden waren, und sie weislichleiten wird, wenn wir nicht mehr hier sind! Wie können wir dieFügungen dessen beurtheilen, wie können wir die Zwecke dessenbegreifen, der aus den Stürmen segnet, und aus den GewitternUeberfluß und Fruchtbarkeit sendet? Was wissen wir von seinenRathschlüffen, wir, die wir nicht einmal einschen und begreifen,wie er den Grashalm gebaut nnd die Mücke belebt hat, die ihrkurzes Dasein freudig im Sonnenstrahl vertanzt?
Und wie sehr wir uns auch kümmern, wie bitter wir auchüber unser Loos murren: Gott, der Alleingütige, der Allein-weise, bat es beschlossen; und Himmel und Erde wirken zu-sammen, den heiligen Beschluß des Allmächtigen zu vollstrecken.Wozu dein Kummer, wozu dein Murren, als dir selbst undvielleicht auch Andern Beweise deiner Thorbeit zu geben, wiedas unmündige, unverständige Kind, welches Len liebevollenund erfahrnen Aeltern wider seinen Willen und doch zu seinemwahren Glück gehorchen muß!
Ja, je näher ich Dich, mein Gott, mein Vater, in DeinenWerken erkenne, aus denen Du zu mir und zu allen Deinen Er-