Dies wird umso deutlicher, wenn wir uns erinnern, daß dieLuft, in der wir umherwandeln, die wir athmen, die sogar mitihren feinem Stoffen unsere Gesundheit nährt, gleichsam einweites, den ganzen Erdball umgebendes und hoch über ihn hin-ausgehendes Meer ist, in welchem wir leben und uns bewegen,wie der Fisch sich in einer dichtem Flüssigkeit, nämlich im Wasser,bewegt. Der Fisch, aus dem Wasser gehoben in die feinereFlüssigkeit der Luft, stirbt. Der Mensch, wenn er sich über denLuftkreis, der sein eigenthümliches Element ist, hinausbegibt,wenn er entweder in den Luftschiffen über die Wolken des Himmelsemporzusteigen wagt, oder die Gipfel der höchsten Gebirge er-klettert, wo keine Pflanze, auch kein Moos, keine Flechte, mehrgedeihen mag, verliert das Vermögen zu athmen; seine Kräfteschwinden, das Blut dringt ihm aus Lippen und Augen hervor.
Auch andere Aehnlichkeit hat, rücksichtlich auf das Lebens-vermögen, das Element des Wassers mit dem Meere der Lüfte.Stillstehende Wasser werden zu faulen Sümpfen; werden denFischen, die in der beweglichen und immer erneuten Fluchfröhlich baden, giftig und tödtlich. So würde das Luftmcer,in welchem wir wandeln, uns giftig und tödtlich werden, einfaulender Sumpf pestilenzialischer Dünste, eine ungeheure Quelledes allgemeinen Todes für Alles, was auf Erden wohnt, nichtnur für Menschen, nein, auch für Thiere und Pflanzen, wenndie beweglichen Luftwellen nicht in beständiger und zuweilen instarker Regung wären.
Und dafür sorgte er, dessen Liebe das Weltall gebaut hat.Seiner Allmacht waren unzählige Mittel zu Gebot, das Luft-meer in beständiger Erschütterung zu erhallen. Er legte dieseMittel, die Keime der Sturmwinde, in die Natur diesesElements selbst. Noch kennt sie der Mensch nicht alle, dochschon viele. Er gebot der Sonne und dem Monde, diese Keimeabwechselnd zu weckend oder zu unterdrücken; und so mußten ausden weiten Fernen des Himmels entlegene Wcltkötper die Dienerunserer Gesundheit, die Pfleger unftrs Wohlseins werden.
Wenn im Wasser ein volles Gleichgewicht ist, so steht cs stllle;so wird es mit der Zeit faulend. Sobald das Gleichgewicht auf-