sind, sondern solche, die sie selbst verursachen, und die wir erstspäter erfahren: Schiffbrüche auf dem Meere, Feuersbrünste,Zusammensturz einzelner Gebäude und andere Ereignisse.
Wegen solcher ttnglücksbegebenheiten, und weil sie uns oderunsere Freunde und Bekannte treffen können, sind daher wohlauch Personen, welche nichts weniger als abergläubig sind, wäh-rend der tobenden Winde in sorgenvoller Unruhe, und sehnen sichnach dem Augenblick zurückkchrender Luftstille. Die Besorgnißwird durch das Schauerliche der großen Naturerscheinungen er-höht. Denn es scheint unter der Macht heftiger Orkane das ganzeWeltall um uns her in Aufruhr. Die Wolken des Himmels fliegenschnell und finster dahin, von der Geißel des Windes verfolgt;finstere Staubwolken fliege» kreisend empor vom Boden und wan-deln über die Ebenen wie ungeheure Rauchsäulen. Die Bäume,groß und klein, verworren, umhergerissen, beugen sich seufzend;ihr Laub fliegt; man hört das Krachen ihrer brechenden Äestc.Die hohen Wälder heulen geschlagen. Es fallen die mächtigsten"Tannen des Forstes wie Halme gebrochen; ihr Sturz ist zer-schmetternd über andere. Der Boden regt sich über den zuckenderrWurzeln der vielhundertjährigen Eichen. Die Thiere flüchtenzitternd in ihre Höhlen. Die Vögel verbergen sich angstvoll. DieMenschen verstehen gegenseitig ihren Ruf nicht mehr; denn dieHanze Natur ist Stimme geworden. Jeder Strauch, jeder Stein,jedes Gebäu gibt Töne und Geschrei. Die Ziegel prasseln vonSen Dächern der Wohnungen. Man fürchtet den Sturz der er-habenen Thürme. Die Gebäude werden erschüttert. — Aber derGeist des Christen bleibt unerschüttert. Er sieht in der Furchtbar-keit des Sturmes, in der Entsetzlichkeit des empörten Elementes,die segnende Hand seines Gottes.
Denn wie grauenvoll auch der Anblick des Sturmwindes undwie gefährlich seine Herrschaft ist, besonders einsamen Schiffenauf den Meeren, die oft von ihm m die Tiefen der Wogenniedergeriffen oder an den Klippen zerschmettert werden, ist dasAlles doch im Ganzen nicht verheerender und verderbenvoller,als jede andere große Naturerscheinung; vielmehr eben so wohl-rhätig für das Ganze, dem nur ein kleiner Theil geopfert wird.