Wer kann Dich denn verstehenIn Deinem Schicksalsplan?
Wer Deine Ziele sehen/
Und was Du hältst , umfah'n ?
Du lösest / was wir binden.
Du stürzest, was wir bau'n;
- Wir könncn's nicht ergründen.
Wir können nur vertrau'».
Du liebst mich ja nicht minder,
Als den geringsten Wurm.
Du hütest Deine Kinder,
Du segnest sie im Sturm;
Lässst sie ihr Bestes findenOft unter Noth und Grau'n;
Wir können's nicht ergründen.
Wir können nur vertrau'».
Au den majestätischen Schauspielen, welche die Natur in ihrerunendlichen Mannigfaltigkeit zuweilen darbeut, gehört die Ge-waltthätigkeit der Sturmwinde. Wenn diese sich in ihrer Krafterheben, daß die Wälder erbrausen, die Thürme zu wanken, dieBerge zu erschüttern scheinen, bebt noch ängstlicher oft das leichtverzagte Menschenherz; besonders wenn mit dem Schrecken desSturmes sich die Finsterniß der Nacht verbindet. Der Aberglaubeheidnischer Völker wähnt, daß es die Luftgeister sind, welche imKampf wider einander rasen. Doch auch unter den Christen fehltcs nicht an Abergläubigen, welche den Sturmwind für den ge-heimnißvollen Verkünder irgend einer bevorstehenden unglück-lichen Begebenheit des Landes, für die Anzeige vom nahen Todeeiner hohen Person, oder dem Ausbruch eines Krieges oder einerandern Landesplage ansehen. Wie beinahe allezeit, ist auch hierdie abergläubige Meinung daher entstanden, daß ungebildeteLeute in ihrer Unwissenheit dasjenige mißverstanden haben, wasvernünftige Leute als sehr natürliche Wirkungen gedeutet hatten.Wohl melden Orkane oder heftige Stürme allerlei Unglücksfällean, nicht die erst geschehen sollen und mit ihnen außer Verbindung