Häupter der Berge spielen, die heute über des Himmels Wolkenragen, und die Weltmeere um die zerspaltmcn Tiefen des Welt-balls rauschen, der sich theilt und in das Unendliche hinaus zer-splittert zu einzelnen, formlosen, grausenhaften Stucken; letzterTag dieser Erdenwelt, du, den das Alterthum prophetisch nannte,wenn du in deiner entsetzlichen Majestät erscheinst: wie wirddenen sein, die dich erblicken! Eine Welt voll Sünder wird dicherblicken, und verzweifeln. Ihre Träume von unvergänglichemNachruhm sind verflogen; ihre Künste der Wollust vernichtet;ihre Paläste, ihre Hütten fliegende Asche; ihre Thronen einNichts. — Was bleibet? Alles ist verloren, das Irdische tvdt,zerbrochen und gestaltlos. Doch vernichtet ist auch, was ein-mal des Irdischen vorhanden war, nicht, i Es rollen die ödenTrümmer des Erdballs, treu den ewigen Gesetzen des Herrn,die alte Erdbahn um die Sonne hin, und vielleicht in andernSternen suchen mit Erstaunen bessere Wesen die Bruchstücke desErdenstcrns, der ihnen vormals als ein Ganzes freundlich ausder Ferne an ihrem Himmel strahlte. Und unvernichtct, wieauch das zerstörte Irdische im Rau,ne des endlosen Wcltgebäudesfortdauert, dauern die Geister fort, die einst den zermalmtenStern ihren Aufenthalt nannten! Ewig ist Gott, der Herr;Ewigkeit gehört den Urstoffen des Irdischen, Ewigkeit denGeistern an, die er zum Sein berufen hat; wehe, wenn sie eszum fündigen Sein erniedrigten, mehr dem Staube, als demGöttlichen Hingaben!
Aber meine Seele schaudert vor den Bildern der UngeheuernZerstörung, die ich selbst im Gebäude des Alls erblicke. ObGottes Wink jemals unfern Erdball im Lauf der Jahrhundertezerstäuben wird, es ist in seiner Gewalt, in seinem Rath.Warum jener große Weltkörper zerschlagen ward, durch welcheKraft er sich in Trümmer auflösete, die von uns achtunddreißigMillionen Meilen weit schweben — wer kann es enträthseln,wer den Sinn des Allerhöchsten erforschen? — Ich aber hebemeine Augen in die Höhe und sehe. Und der solche Dinge ge-schaffen hat, und ihre Heere herausführt bei der Zahl; er,