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mit zu - und abnehmendem Lichte erscheine, wie unser Mondin den verschiedenen sogenannten Vierteln. Auch ist aus ver-schiedenen Umständen mehr als wahrscheinlich, daß wir mehr seineihn umgebende, von der Sonne bestrahlte Wolkenumhüllung, alsseinen festen Körper selbst, erblicken, und jene Hülle wohl sehrdicht sein möge. Wenigstens lassen sich oft dunkele Wolken wahr-nehmen, die nicht bei gleichem Orte bleiben, nach verschiedenenRichtungen ziehen, und sich bald auflösen, bald neu bilden.
Ist dieser Wellkörper von Wesen bewohnt, die mehr oderweniger mit uns Sterblichen Aehnlichkeit haben, welche ganzandere Naturordnung würden sie dort sehen, als wir! An ihremHimmel würde unser Mond kaum bemerkbar, unsere Erde aberals ein schöner, glänzender Stern erster Größe glänzen, und dieSonne dreimal größer sein, als an unscrm Himmel. Da ihr Jahrnur achtundachtzig Tage lang ist: wie schnell fliegen dessen Winter,Frühlinge, Sommer, Herbste vorüber! Aber wer kann auch nurDunkel ahnen, ob dort die Geschöpfe Gottes im mindesten denenauf unserm Erdball gleichen; ob dort Pflanzen, Meer- undLufibewohner sind? Welche unendlich mannigfaltige Reihe vonWesen erkennen wir nicht schon auf Erden, die einander alleungleich sind; und selbst unter Gestalten gleicher Art, wie großeAbweichungen! Von den vielen Millionen Menschen hienieden,wo würden ihrer zwei gesehen, die einander vollkommen gleichwären? Und so läßt sich wohl glauben, daß dieselbe Verschieden-heit göttlicher Geschöpfe statt finde von einem Weltkörper zumandern, so wie diese selbst einander durchaus nicht gleichen. Wiegroße Abwechselungen der Dinge müssen nicht allein schon durcheine größere oder entferntere Nachbarschaft von der Sonne be-wirkt werden; wiewohl man keineswegs glauben darf, daßin so großer Sonnennähe Alles verbrennen muß. Denn wirwissen, daß die Sonnenhitze sogar bei uns auf Erden ab-nimmt, je weiter wir an sehr hohen Bergen auswärts steigen,und folglich der Sonne um so viel näher kommen. Zudemscheint jener Stern Merkur nicht vergeblich aus der FürsorgeDes Weltenbaumeisters jene dichte Wolkenhülle empfangen zuHaben, die ihn wie ein Gewand umgibt.