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Ein ähnliches Kleid trägt auch jener glänzende Weltkörper,welcher (nach dem Merkur) der Sonne am nächsten steht; daherer auch von uns nur bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang,nie aber des Nachts erblickt werden kann, un-d aus dieser Ursachegewöhnlich der Morgen- oder Abendstern genannt wird. DerMorgen - und Abendstern sind ein und derselbe Stern; die Be-obachter des Himmels nennen ihn die Venus. Wer kennt ihnnicht, wenn er, der erste der Sterne, des Abends den Reigender Gestirne anführt, funkelnder als alle, oder der letzte amMorgen unter dem Glanz der aufgehenden Sonne verschwindet!Schon das hohe Alterrhum pries ihn in Gesängen, und die heiligeSchrift gedenkt dieses herrlichen Weltkörpers. Er ist nicht vielkleiner als unsere Erde, wandelt in seiner Bahn zwischen unsund dem Merkur, in beinahe zweihundert vierundzwanzig Tagenum die Sonne herum, und ist von derselben ungefähr fünfzehnMillionen, von uns nur fünf Millionen Meilen weit abstehend.
Den vorzüglichen Glanz, welchen er hat, scheint er demZurückprallen der Sonnenstrahlen von seiner Wolkenumgebung zudanken zu haben. Diese aber ist es, welche uns auch vorzüglichhindert, die auf ihm befindlichen größer» Gegenstände mit einigerKlarheit wahrzunehmen. Inzwischen läßt sich aus allen anzestell-ten Beobachtungen die Wahrscheinlichkeit folgern, daß dort vielAehnliches mit unserm Erdball sek; dort find Morgen- undAbenddämmerungen, wie bei uns; dort ist wechselnder Tag undNacht, wie bei uns. Wir erblicken ihn vermittelst der Fernrohre,gleich einer Mondscheibe, zuweilxn halb verdunkelt, sichelförmig,mit wachsenden Hörnern, gleich wie unsern Mond. Aber wirerkennen noch mehr. Dieser Weltkörper hat hohe Gebirge.Denn man bemerkt nicht nur von Zeit zu Zeit glänzende kleineHervorragungen von der Lichtseite in die Nachtseite der Venus;also Erhebungen, an denen die Sonne strahlt, während dasUebrige noch im Finstern ruht; sondern, obgleich selten, sogareine schimmernde Gegend am Außenende eines Horns, die durchdunkeleres Schwarz von den: übrigen erhellten Theil ganz ge-trennt, folglich eine große Ungleichheit, eine Erhöhung ist, diefrüher erleuchtet wird, als die Tiefe. Noch viele andere Gründe