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6 (1837) Gott in der Natur
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und ahne meine Schicksale und Bestimmungen. Wenn michein Schmerz des Lebens allzutief ergreift, wenn mich die Anqstzu Boden drückt, und ich beten möchte, und mich nicht zur An-dacht sammeln und beten kann: dann sehe ich hinaus in die Un-ermeßllchkeit des Himmels über mir.

Und je länger ich mich beim Anschauen und Betrachten desEwigen und Grenzenlosen, welches über mir schwebt, verweile,je ruhiger wird es in mir. Vor der Unendlichkeit des Weltallswird auch das Größte, was auf Erden ist, klein; und nur meinGeist fühlt noch eine Erhabenheit, weil er sich über den Staubder Erde in die Unendlichkeit Hinaufschwingen kann. Der Sturmder wilden Freude legt sich in meiner Brust, und ich fühle einStreben, meiner selbst würdiger zu bleiben. Der MenschenThun und Lassen scheint mir so nichtig, so verächtlich; siegleichen geschäftigen kleinen Würmern, die von der Erde leben,um ihre Erhaltung Alles thun, und nicht ahnen, wo sie sindund wer über ihnen wacht. Jeder Kummer, jede schwereLebenssorge, die mich beugen will, wird leicht und unbedeutend;denn die Allmacht Gottes und die Weisheit und Gnade desWeltregierers stellt sich mir lebhafter dar, und ich denke: Washärmst du dich doch so vergeblich? Kurz ist das Leben, ewig derGeist. Warum willst du in deinen Besorgnissen verzagen? Bistdu denn allein? Ist nicht Gott im Weltall; kann ein Sternohne seinen Willen aus den angewiesenen Bahnen weichen, indenen er sich mit tausenden und tausenden von Jahren fort-bewegen muß; kann ein Sperling ohne seinen Willen vomDache fallen, und sind nicht alle Haare auf deinem Hauptegezählet?

Wahrlich, es ist zu begreifen, daß der Mensch endlich ganzirdisch gesinnt wird, wenn er seinen Blick immerdar zur Erdekehrt, wie alle Thiere, und vergißt, daß er gebaut ist, um auf-recht zu gehen, und das Angesicht zum Himmel zu wenden; derSterbliche ist nicht bloß da für die Erde: warum beschäftigt ersich denn fast nur allein mit der Kenntniß dessen, was die Erdegibt? Er ist ein Bürger des Weltalls, ein Anrheilhaber derEwigkeit, ein Bruder der Geister, ein Kind der Gottheit!