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6 (1837) Gott in der Natur
Entstehung
Seite
375
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In den Urzeiten, da die Völker der Erde noch ihrem Ur-sprünge nahe waren, klebten sie noch nicht so sehr an der ge-ringen Erdscholle, auf der sie wandelten, wie heutiges Tages.Sie wußten mehr von göttlichen Dingen, als von irdischenVortheilen. Sie waren der ganzen Natur inniger verwandt,und mit den Wundern des Himmels vertraut, wie mit denWundern des Erdballs. Sie konnten noch keine Scidenzeugeweben, keine Paläste bauen, keine zierlichen Geräthschaftenerfinden, und den Hunger mit mannigfaltiger Nahrung zustillen, war noch keine eigene Kunst: aber sie wußten von GottesAllmacht mehr, als wir, zu sagen, und verloren sich mit Ent-zücken in Betrachtungen seiner Weisheit und Gnade. Sie hattenschon den Lauf des Mondes um die Erde berechnet, und dieStellungen der Sonne in den Sternbildern des himmlischenThicrkreises, ehe sie nur den geringsten Tleil aller Bequemlich-keiten kannten, mit welchen die Sterblichen in spätern Jahr-hunderten ihren Leib verweichlichten, und den größten Zeitraumihrer Tage vertändelten. Leben wir denn nur für unfernGaumen, für unsere Kleider, für unsere Spiele, für unserGeld, oder für das Ewige? Leben wir denn nur für unsereBedeutung in Gesellschaften, für unser Ansehen, für unfernRang unter den Menschen hier, oder für unfern Rang unterden zum unendlichen Sein erwählten Geistern? Wie wenigeChristen sind, welche der Gottheit wirklich näher verwandtwären, als ihren thierischcn Bedürfnissen! Wie wenige sind,die in ganzer Fülle erkenntnißvollen Entzückens das Wort desPsalms sprechen können: Herr, wie sind Deine Werke so großund viel! Du hast sic alle weislich geordnet, und die Erde istvoll Deiner Güte! (Psalm 104, 24.)

Es wäre zu wünschen, daß noch heutiges Tages wie inden Zeiten des Alterthumö Propheten, Patriarchen und Lehrer,oder wie Jesus Christus, wenn er unter seinen Schülern standdie öffentlichen Volkslchrer, die Gottesgelchrten und Predigerihre Zuhörer oft auf die Herrlichkeit des Schöpfers durch Schil-derungen der Natur hindeuteten! Die Schrift ist von Gotteingegeben: aber ist die Natur nicht auch das Buch Gottes, in