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6 (1837) Gott in der Natur
Entstehung
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aber eben deswegen rächt er sich auch oft mir den Zähnen andem nach ihm geworfenen Stein, statt an demjenigen, der ihnschleuderte. Kein Thier hat Sinn für das Erhabene und Schöne.Ihm sind der Palast, der prachtvollste Tempel und der elendesteStall, ihm die Musik und vas Gekreische gleichgültig. So hatweder die Biene, noch die Spinne einen Sinn, die Vortrefflich-kcit und hohe Zweckmäßigkeit ihrer Arbeit einzusehen, so wenig,

§ls der menschliche Säugling die weise Einrichtung erkennt, mitder sein Inneres thätig ist, die eingesogenen Nahrungebestand-Lheüe seines Körpers umzuschaffen, oder vermittelst welcher Ein-richtung er fähig ist, die empfangene Milch zu verschlucken.Und doch rhut er cs, und weiß, daß er es thut, ohne zu wissenwarum.

Hätten die Thiere auch nur den geringsten Thrill jenes Licht-sunkens, der die innere Welt des Menschen erleuchtet: sie würden 'nicht immer in ihren Arbeiten und Lebensarten die gleichen bleiben.Aber ein Thier treibt sein ihm von der Natur gegebenes Ge-schäft nicht besser und nicht schlechter, als das andere; da istkeine Abwechselung, keine Vervollkommnung ihrer Einrichtungen.Wie seit den Schöpsungstagen der Sperling und Falke ihreNester flochten, der Biber seine kunstvolle Höhle am Wasserbaute, so geschieht es noch hcure seit Jahrtausenden, so noch infolgenden Jahrtausenden. Jede Thiergattung, jede Pflanzen-gattung sind die gleichen geblieben.

Aber der Mensch nicht also. Nur sein Leib, insofern derselbethienscher Natur ist, hat keine Vervollkommnung erfahren; erbesteht und handelt in den alten Naturtrieben. Hingegen derGeist, dieser Strahl aus Gott, ist immer der gleiche. Er, imewigen Kampfe mit der ihn verdunkelnden Lhierheit, erhebt sichin Majestät über das Ganze der Natur, uns erkennt sich,.dieWelt, die Herrlichkeit Gottes. Ein von den Naturtrieben un-abhängiger Wille herrscht selbst über diese. Dadurch wird erzum Ebenbild seines Schöpfers. Je höher der Geist über demEinflüsse der Sinnlichkeit stehr; je mehr er das Nützliche demEiteln, daS Gerechte dem bloß Nützlichen, das Gütige dem bloßGerechte» vorzieht; je mehr er eigenes irdisches Wohl über das