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aber dieses über das gesammte Thierreich. Man kann es nichtläugnen, daß auch der einfältigste Mensch im Stande ist, dasklügste -der Thiere zu meistern und zu leiten; er macht es sichdienstbar zu mancherlei Zwecken, und das zwar weniger durch.überlegene Stärke und Geschicklichkeit, als durch die Gewaltseines Geistes, indem er beobachtet, überlegt und Zwecke hat,für welche er Mittel erfindet. Wir finden niemals unter denThiercn, daß sie, so stark und klug sie auch sein mögen, andereim eigentlichen Sinne beherrschen, und zu ihrem Gebrauchdienstbar machen, sich von ihnen Nahrung suchen, Wohnungenbauen, Wunden heilen, oder sich bewachen lassen. Zwar dasstärkste frißt das schwächere: aber unter ihnen ist keine Rang-ordnung. Alle sind von gleicher Natur, von gleichen Bedürf-nissen; jedes ist und bleibt, was es seiner Art nach war.
Der Mensch thcilt sich Wünsche, Absichten, Vorstellungenund Gedanken, von denen gar kein Gegenstand in der irdischenWelt vorhanden ist, vermöge der Sprache mit. Aber das Thierhat nur eine Stimme, um seine angenehmen oder schmerzlichenEmpfindungen auszudrückcn. Der Mensch besitzt Vernunft: da-durch ist er des Wunders der Sprache mächtt'g. Er kommt nichtdarum zur Vernunft, weil er sprechen kann, sondern durch dieVernunft gelangt er zur Sprache. Wir wissen, daß die Zungenvieler Thiere sehr geschickt zum Sprechen eingerichtet sind; sielallen nach, was wir sie lehren, aber sie verstehen nicht, wassie reden. Es fehlt ihnen also nicht das Vermögen zu sprechen,sondern der Gedanke zum Sprechen. Sie haben keine Denkkraft,fähig, außersinnliche Vorstellungen hcrvorzubringen.
Es läßt sich nicht läugnen, der menschliche Körper besteht,wie der thierische, aus irdischen Stoffen. Er empfindet daher,wie das Thier; er begehrt, wie das Thier. Aber das Thier .kann sich nicht rühmen, den Gott ähnlichen, zum Ergründen,Forschen, Erfinden und Herrschen geeigneten Geist zu besitzen.Es ist nichts Aehnliches darin beim Thiere mit dem Mmjchen.Hier ist auch keine allmälige Emporstufung der Thierheit zurMenschheit, keine Abstufung unter den Menschen bis zum Thiere.Der armseligste unter den Wilden, der dümmste unter den