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Menschen, hat noch begriffe, Vorstellungen, Gedanken, welcheauch die klügsten aller Thiere nicht hervorbringcn können. Diemenschliche Dummheit, welche an das Thierische zu grenzenscheint, ist nichts als eine Wirkung der mangelhaften Beschaffen-heit seiner innerlichen Seelenwerkzeuge, seines Knochen - undNervenbaues. Diese fehlerhafte Beschaffenheit ist aber etwasZufälliges. Geistarme Menschen sind keine besondere Menschen-art, sondern nur in ihrem inner» Bau beschädigte Personen.Sie können oft Aeltern sehr kluger und geistreicher Kinder sein.Folglich ist und bleibt zwischen dem geistarmen Sterblichen unddem klügsten Thiere eine unendliche, leere Kluft, die durch nichts,durch keine Zwischcngattung von Geschöpfen, ausgesüllt ist. Auchsind Personen, die wir arm am Geiste nennen, nicht am Geiste,sondern nur an denjenigen innern Mitteln und Werkzeugen armund mangelhaft, durch welche sie ihren Geist wirksam erscheinenlassen können: so wie ein kluges, verständiges Thier, dem wir-einen gewissen Grad Vernunft beilegen, wirklich keine Vernunft,sondern nur einen wunderbaren, bloß auf seine Erhaltung ab-zweckeudcn, dunkeln Trieb besitzt, den man Instinkt zu nennenpflegt. — Auch der Mensch, insofern er einen Leib hat, ist mitsolchen Instinkten begabt. Wer lehrt zum Beispiel den Magendie wunderbare Arbeit des Verdauens? Wer lehrt das kaumgeborne Kind die Mutterbrust suchen? Wird man deswegensagen, der Säugling habe schon Ueberlegung und reife Urthells-kraft? Warum schließt das Kind, dem noch Niemand in dieAugen gestoßen, schnell die Augen, wenn man plötzlich dahinmit der Hand zu fahren scheint ? Ist dies schon Klugheit, schonwirkliche Aeußeeung des Verstandes? — Nein, es ist eindunkeler, unwillkürlicher Naturtrieb — Instinkt.
Und also ist es auch mit dem beschaffen, was wir bei Thierenfür Verstand und Klugheit zu halten, oder, doch immer mitUnrecht, sehr uneigentlich also zu benennen pflegen, weil dieAeußerungen dieser Naturtriebe oft so wunderbar, und, wennsie mit starkem Gedächtnisse verknüpft sind, so täuschend er-scheinen, daß wir sie für Wirkungen eines Verstandes und einerVernunft zu halten geneigt werden. Ein Thier kann gelehriz
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