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Segen verleiht, göttlich-groß zu handeln; ihn nicht bloß eigen-nützig oder geizend, gleich den vernunftlvsen Thieren, ausschließ-lich für unser Wohlsein anzuwenden.
Zwar diese Wahrheit, dies Pflichtgcbot, ist schon unzähligeMale ausgesprochen — aber wie Viele sind, welche sich davonerwärmt fühlen? Sie läugnen zwar diese Wahrheit nicht, aberdemungeachtet bleiben sie den nur für sich besorgten Thierengleich, und verschwenden in hundert erkünstelten Bedürfnisseneinen großen Theil dessen, was ihnen ihr Gott lieh. Ja esfehlt nicht an solchen, welche nicht nur in ihrer Selbstsuchtthierisch sind, sondern sogar ein Vergnügen daran finden, ihrehöhere Würde absichtlich zu verläugnen; den Menschen für einehöhere Thicrart anzusehen, die ohne Aehnlichkeit mit Gott ist,und im Tode ebenfalls vernichtet bleibt. Es fehlt nicht ansolchen, welche allen Witz aufbieten, die Majestät des MenschenZu verspotten, und darzuthun, daß vom weisesten der Sterb-lichen bis zum Affen, vom Affen bis zum Wurm, vom Wurmbis zur Thierpflanze, von der Pflanze bis zum Kristall undStein, Alles eine Reihe unmerklichcr Abstufungen von Ge-schöpfen sei. Sie wollen die unermeßliche Kluft nicht sehen,welche zwischen dem rohesten, unwissendsten Wilden und demklügsten aller Thiere liegt, damit sie der Rohheit ihrer thierischenGelüste desto frecher und lauter das Wort reden können.
Doch ist es kein vergebliches Wort, welches die heiligeSchrift spricht: Gott schuf den Menschen ihm zumBilde. Laut bezeuget dasselbe die Natur in der Fülle desHerbstes. Es ist gut, daß der Mensch sich von seiner eigenenMajestät, von seiner Ungeheuern Verschiedenheit von denThieren, lebhaft überzeuge, damit er desto geneigter werde,ähnlich der weltbeglückcnden Gottheit zu wirken, der zumEbenbilde er geschaffen worden.
Kein Thier sorgt und sammelt aus eigenem Triebe für dieMenschen Nahrung ein, in der Absicht, dieselben damit zu er-halten. Aber der Mensch sammelt auch für das Thier, demer die Freiheit raubte, um es zu seinem Nutzen zu gebrauchen.Kein Thier übt Herrschaft über das menschliche Geschlecht; wohl