-wuthkn sie von her, Aeltern verstoßen und vergessen. Sie be»kümmern sich nicht mehr um einander.
Nicht so ist es bei den Menschen. Nicht also soll es sein. Hier,halten die Aeltern ihre Kinder in langer Pflege. Sie arbeitennicht nur zu deren Bestem viele Jahre lang, sondern vergessenihrer auch im spätesten Alter nicht. Ja, sie sorgen selbst fürdiejenigen, welche ihnen nicht blutsverwandt sind. Es sorgt derHohe für den Niedrigen, die Herrschaft für den Diener, derReichere für den Aermern. Wie Gott über den unendlichenKreis seiner Werke und Geschöpfe mit Vaterliebe waltet, sosoll der Mensch über das Glück aller derer wachen, die inseinem Wirkungskreise leben. Der Reichere, welcher sich jährlichbeirächtlichcr Einnahmen und Aernten erfreut, kann von diesemAllem nicht mehr verzehren, als der Arme. Daher bleibt ihmein großer Ueberfluß. Dieser Ueberfluß ist ihm gegeben, ihnweise zu verwalten, und zum Besten seiner Nebenmenschen amzuwenden. Zwar auf Erden ist er von der Anwendung seinesEigenthums, sobald sie nicht zum Schaden Anderer geschieht.Keinem Rechenschaft schuldig; denn Niemand vertraute ihmdasselbe zu solchem Zwecke als ein bloßes Darlehen an. Darumnennt er, was er besitzt, und was kein Anderer mit Recht cm-sprechen kann, sein vollkommenes Eigenthum. Aber mit Hinblickauf Gott haben wir gar kein Eigenthum. Alles ist Gottes. Allesist nur ein anvertrautes Darlehen aus der Vaterhand des All-mächtigen, zu weiser Benutzung für uns und Andere. Ihm sindwir verantwortlich. Wie er aus der Fülle seines ReichkhumsAllem gibt, was lebt, so sollen wir, als Verwalter eines großen,oder geringern Theils dieser göttlichen Gabe, davon denen aufzweckmäßige Weise mittheilen, die weniger empfingen. Wir sollenihm auch darin ähnlich werden; wir sollen trachten, gleich wieer, vollkommener zu sein, nach Maßgabe unserer Lage, unsererKräfte. Denn Gott schuf den Menschen ihm zum BildzumBilde Gottes schuf er ihn. (1. Mos. 1, 27.)
Diese Ebenbildlichkeit des Menschen mit Gott und unsererErhabenheit über die ganze thicnsche Schöpfung muß für unseiner der stärksten Beweggründe sein, mit dem, was Gottes