Druckschrift 
6 (1837) Gott in der Natur
Entstehung
Seite
361
Einzelbild herunterladen
 

36 t

wieder auf? Zittre nicht länger! Arbeite redlich, erfülledeine Pflichten, und für das Andere überlaß die Sorge dem,der Alles am besten besorgt. Er verläßt seiner Geschöpfe kein^,auch das kleinste nicht. So säet der Säemann im Frühlingund Herbst sein Korn; er legt es vertrauensvoll in den Schoosder Erde, und wartet ruhig die Zeiten und ihren Lauf ab. Erkann nicht mehr thun; von Gott hängt der Segen seiner Mühe^ab. Dann erscheint der Herbst, und erfüllt die Hoffnungen,und belohnt das Vertrauen!

Der Herbst erfüllet das Menschengeschlecht mit Freude undZufriedenheit. Die unsichtbare Vaterhand überschüttet uns mitunermeßlichen Geschenken. Ach, Liese Freude, diese Zufrieden-heit, welche Gott verbreitet, ist der reinste Lobgesang auf seineGnade ohne Ende. ».

Der Christ, weil er selbst der Freude und Zufriedenheit vollist, soll in Nachahmung Gottes ebenfalls solche Empfindungenin Andern verbreiten. Freude und Zufriedenheit den Bekümmer-ten geben, dies allein ist göttliche Wonne. Der Herbst fordertuns zu dieser reizenden Tugend auf. Wir sollen nicht selbstsüchtignur an uns denken. Freigebig im Kleinen, wie der himmlischeVater im Unendlichen, freigebig gegen Bedürftige, gegen Ver-lassene, gegen einzelne Leidende, die wir kennen, wie Gottfreigebig spendet allen Völkern, dem Gerechten wie dem Un-gerechten, sollen wir durch Werke der Wohlthätigkeit den Herbstfeiern. Dies ist wahre Christenfeier einer Jahreszeit, die unsselbst mit Wohlthaten überhäuft und zum Wvhlrhun so sehrermuntert!

Der Herbst ist der Beschluß der schönen Jahreszeiten. Jederfühlt es. Jeder genießet nun den einzelnen heitern Tag, deneinzelnen Sonnenblick um so inniger. Eine Reihe angenehmerSommertage flog vorbei, und ward nicht so mit Begierde ge-nommen und genossen, wie jetzt der einzelne schöne Augenblick;man sah noch eine lange Folge lieblicher Tage vor sich, undverpraßte gleichsam die vorhandenen mit gleichgültiger Ver-schwendung. Nun aber sind die reizenden Stunden des Sommerszur Neige"; nun wuchern wir mit einzelnen lieblichen Minuten.

. Vl. - rc.