eigenthümliche Anrnuth gegeben. Der fruchtbare Herbst, welcheruns reichlicher als jede andere Jahreszeit den Segen Gottesspendet, erweckt daher in dem Herzen des Christen frommeGesinnungen der Dankbarkeit lebhafter, denn jeder vergangeneMond.
Dank gegen Gottes unaufhörliche Güte wirdvon allen Empfindungen, die im Herbst mein Herz bewegen,die herrschendste. Gott erscheint als der Allerfreuer, als Vaterseiner Welt, umringt von der Fülle seines Segens, mit dem eruns überstreut. Der Herbst führt uns den Anblick der göttlichenWohlthätigkeit näher vor das Auge. Der Jubelgesang desSchnitters und des Winzers, die Freude des Landmanns istauch die Freude des Bürgers. Für die Früchte der Erde tauschtnun der Handwerker, der Künstler, der Geschäftsmann die Fruchtseines Fleißes aus. Einer bedarf des Andern. Gottes Segenglänzt für Alle. Alle erheben dankbar ihren Blick zum Geberaller guten und vollkommenen Gaben. — Auch der Dürftige,der nicht säete und nicht ärnten konnte, ist von Gott bedacht.Er wiid nicht umkommen. Sein Ueberfluß reicht für Alle hin,selbst noch für die Thiere und Gewürme, derer sogar der Sterb-liche nie gedenkt. — Sehet die Vögel unter dem Himmel, ruftJesus Christus: sie säen nicht, sie ärnten nicht, sie sammelnnicht in die Scheuern, und euer himmlischer Vater ernährtsie doch.
Daher erfüllet jeder Herbst des Christen Gemüth mit neuemVertrauen auf Gottes Fürsorge. Die gnadenreiche Hand, dieauch diesen Herbst so viel tausend Wohlthaten aus die Weltherabstreut, es ist dieselbe, welche dir immer geholfen hat; undsie hilft dir auch in jeder Zukunft. Seit Jahrtausenden war dieErde fruchtbar genug für das Menschengeschlecht — sie wirdnoch Jahrtausende lang furchtbar bleiben, und unfern spätestenNachkommen Freuden uud Ueberfluß gewähren, wie uns. DuKleinmüthiger, der du dich um das Schicksal deiner Kinder, umihre Versorgung vielleicht nach deinem Tod, oder um dein eigenesFortkommen so ängstlich, so unmäßig bekümmerst: erhebt diesergroße Gedanke deine Seele nicht? richtet er deinen Math nicht