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6 (1837) Gott in der Natur
Entstehung
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strömt bei dem allmäligeri, schönen Absterben der Natur einesonderbare Heiterkeit, ein gewisses erhabenes, unerklärliches Gerfühl. Indem wir die Pracht der Erde verschwinden sehen, undwie die ganze Schöpfung in den winterlichen Tod sich niedcr-zusenken scheint, ist es, als wenn unser Geist seine Erhabenheitüber das Irdische ganz vorzüglich empfände. Es ist ihm, alssprächen die verbleichenden Fluren, die sich entlaubenden Wälder,die verwelkenden Pflanzen, die fliehenden Vögel des Himmels:O Mensch, wir vergehen und fliehen, sind welken und werdenStaub, aber du vergehst nicht! Du stehst noch immer da, undflehest unfern Tod, aber du dauerst unvergänglich fort. Dugehörst nicht in unser veränderliches Reich, du bist in unsermKreise eine fremde Gestalt, denn wir vergehen und du stehstnoch immer da. Wenn aus den Samenkörnern einst unsereKinder an der Frühlingssor.ne hervorgehen, sind wir nichtmehr, aber du flehest unsere Kinder, und du bist noch nicht ver-gangen. O Mensch, doch auch du hast Staub von uns an dir.Auch für deinen Leib wird ein Herbst kommen, und ein Winterwird dein Haupthaar silbern machen, wie Schnee, und deineBlüthe wi>d verschwinden. Dein Leib wird welken; deine Kräftewerden entfliehen. Aber wenn dann der Staub an dir stirbt undabfällt, wirst du, Unvergänglicher ihn fallen sehen, und dennochbleibeng du bist nicht Staub, du bist Geist. Darum bist du unteruns hiem'eden eine fremde Gestalt. Du gehörst nicht zu uns,sondern in eine andere Welt; du trittst im Tode aus dem Stauberein und klar in dein Clement zurück, in das Lichtreich derGeister, aus dem du stammst."

Mit solchen Empfindungen, die der Herbst dem zartfühlen-den Gemüthe einflößt, verbindet sich nun auch das Andenken andie kommenden Tage des Winters, an die stillen Freuden desLebens, an den Genuß im vertrauten Kreise der Freunde, derunser wartet. Denn der Winter, während er uns die Lieblichkeitder äußern Welt entzieht, drängt die Menschen enger zusammen,macht sie gesellschaftlicher und ihnen die Freuden der Heimath lieber.

Jedem Lande, jedem Menschenaltcr, jeder Jahreszeit hatdie gütige Hand Gottes einen eigenthümlichen Schmuck, ganz