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6 (1837) Gott in der Natur
Entstehung
Seite
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sondern man solle nur nicht aus dem Leben und Weben in dieserWelt, aus seinen bürgerlichen Geschäften, aus seinem Arbeitennach Reichthum oder Ehre oder Hoheit die Hauprsache machen;man solle nur sein Herz nicht an Sachen oder Personen, welcheman liebt, mit solcher Innigkeit knüpfen, als könne man sie nieverlieren, als wäre dies Alles für uns ewig vorhanden.

Jesus selbst ermahnet zum frohen Genuß des Lebens:Sorget nicht für den andern Tag.mit übertriebener Furcht;jeder Tag hat seine eigene Plage! Die Apostel ermahntenihre Gemeinden: Seid allezeit fröhlich! Freuet euch in demHerrn allewege. Schon David ermunterte durch seinenZuruf: Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist! zumunschuldigen Genuß irdischer Lebenswonne.

Nichts aber macht einen allgemeinem und schöner« Ein-druck auf die Menschheit, als der immerdar mit eigenthümlichenReizen verbundene Wechsel der Jahreszeiten. DieserWechsel, indem er uns zwar an die Unbeständigkeit der Dingeauf Erden überhaupt erinnert, hat doch für den Sterblichenseine besondere Süßigkeit. Der Mensch, selbst von irdischerNatur, liebt, wie alles Irdische, das Veränderliche und dieVerwandlungen. Er gefällt sich wohl darin. Und in allenVerwandlungen der Natur, und in dem Wiedererscheinen dergewesenen Auftritte der Schöpfung liegt für ihn die Ahnung,die Hoffnung seiner eigenen Bestimmung verborgen, seiner künf-tigen Verwandlung, und seiner Wiedererscheinung im Ewigenunter ganz andern Umständen und Verhältnissen. Er sieht inden ewigen, unausweichlichen, ehernen Gesetzen Gottes, in denensich alle Erscheinungen der Schöpfung bewegen, verjchwindenund wiederkehren, eine Bürgschaft, eine ewige, himmlische Zu-sage seiner eigenen Fortdauer und Verherrlichung; denn auch erist ein Theil der Schöpfung, und ein um so edlerer Theil derSchöpfung, da er mehr, als Pflanze, Stein und Thier, denGang der Schöpfung selbst und den Gang des Schöpferserkennt.

Der abwechselnde, immer wiederkehrende Tanz der Jahres-zeiten um das Leben der Sterblichen gehört zu den reichsten