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Empfindung des Christen aneinemHerbsttage.
Psalm 64 / 40 — 14.
Dankt dem segnenden GebieterDer Natur/ und singt ihm zu!
Großer Urquell aller Güte/
Wer ist msichtig/ gut / wie Du?
Freude quillt aus Deinen Höhen/
Gegen in die Tief' herab.
Seh'n wir nicht/ wohin wir gehe»/
Einen Gott/ der gibt und gab?
Ja/ von Dir quillt alles Leben;
Du hast jeder KreaturIhren Freudenherbst gegeben '
In der herrlichen Natur!
Ä/^anche Menschen, die da glauben, sie sollen ihren Sinn nurimmer gen Himmel richten, und alles Irdische verachten, nennenaus übertriebener, falsch verstandener Frömmigkeit diese Weltein Jammerthal, ein Land der Thränen und des Trübsals.
Aber ihre Frömmigkeit ist nur erkünstelt, denn sie lieben dieseWelt und ihre Reize auch wider ihren Willen. Sie wollen denAufenthalt, hienieden zu einer Wohnung des Kummers und derNoth herabwürdigen, aber jeder frohe Tag straft sie Lügen. —Die Wahrheit ihres eigenen Gefühls, die Stimme der Natur,ist mächtiger, als ihre aus falschen Rcligionsbegriffen, aus ver-worrenen Einbildungen entstandene Meinung.
Zwar ermahnt die heilige Schrift selbst an verschiedenenOrten, die Welt und deren Eitelkeit zu verachten; darunter''wird jedoch nicht die göttliche Schöpfung, sondern das sündliche,leidenschaftliche Thun und Lassen verdorbener Menschen ver-standen. Zwar verbietet die heilige Schrift, man soll sein Herznicht am Irdischen hangen lassen, sondern dem Unvergänglichenund Himmlischen Nacheilen; allein darunter ist nicht verstanden,man solle alle Lebensfreuden verachten und ihnen ganz entsagen:
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