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6 (1837) Gott in der Natur
Entstehung
Seite
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erfüllen. Siehe, was dich im Frühling als Blume anlächeltevom Baume herab, das duftet dich jetzt als süße, nahrhafteFrucht an. Dennoch geht der bange, schüchterne Mensch inselbstgeschaffener Noch umher, so tief gebeugt, als hätte erkeinen Vater im Himmel. Ach, ohne ihn wäre wohl dasganze Leben werthlos.

Du sagst zwar: ich habe Zuversicht auf Gott. Aber warumwird dein Auge finster, wenn du an den Verfall deines Wohl-standes, an das Stocken deines Handels und Gewerbes, an dieVcrdicnstlosigkeit dieser Tage denkst?. Du mußt entbehren,Tausende müssen es wie du. Aber was dir eine schlechte Zeit ist,das ist tausend Andern in andern Gewerben, Künsten und Be-schäftigungen eine wohlthucnde, bereichernde Zeit. Und dieserUmschwung der Glücksgüter ist in dem Plane der Weltregierungso gut eingerichtet, als der Sturm, welcher Mauern einreißt,Saaten und Wälder ni'ederschlägt, Schiffe versenkt, und dagegenaus den gereinigten Lüften Gesundheit über große Landstrichegießt. Es wechseln Vermögen und Gut unter den menschlichenFamilien, auf daß Keiner glaube, er allein sei der auscrwählteGünstling des Himmels; oder daß Keiner glaube, diese Güterseien das Bleibende und Aechte auf Erden. Einer soll mitseinen Gaben dem Andern helfen; durch Befehl und Gehorsamabwechselnd sich Eins mit dem Andern verknüpfen. IrdischeBedürfnisse find wünschenswerth; irdisches Gut ist behaglich.Aber Freiheit und Losgebundenheit des Geistes von aller Herr-lichkeit, welche die Erde gibt, ist noch unendlich preiswürdiger;denn solche Freiheit ist der Zweck unsers Lebens. Begreifst duden Sinn dieser Worte nicht, so wirst du ihn erst in der Schuleder Noth verstehen lernen. Je mehr dich die Erschütterungdeiner häuslichen Umstände, der Verlust dieses oder jenes Ge-nusses schmerzt, desto nothwendiger war dir jene Erschütterung,dieser Verlust. Ohne sie hättest du gemeint, das Leibliche,Sinnliche sei Alles; du wärest im Irdischen untcrgegangcn, duhättest den Geist im Staube ersticken lassen.

Blicke auf Gott, und sei genügsam mit demjenigen Maßseines Segens, welches er deinen Arbeiten bestimmt. Lerne