pelten Ersatz. Es soll Keins verderben. Länder, welche durchUnfruchtbarkeit des Jahres litten, empfangen Hilfe von andern^Gegenden. Es entsteht zwischen den Völkern ein wohlthätigerUmtausch und Handel. Es gibt jedes seinen Ueberfluß demandern, um dafür zu empfangen, was ihm selber mangelt.
Allerdings wird auf diese Art ein theflweises Feh'schlagender Aernte, eine theilweise Unfruchtbarkeit des Bodens zumwahren und großen Segen des menschlichen Geschlechts, wenngleich einige Personen darunter leiden mögen. Gott will nämlich,daß unter uns Einer des Andern Diener sei, daß Einer dem An-dern nütze mit seinen Vorzügen und Gaben. Eine solche durchMangel und Ueberfluß erzeugte Verbrüderung der einzelnenSterblichen, und ganzer Völker und ganzer Welttheile, istwahrlich mehr werth, als wenn wir Alle im Ueberflujseschwämmen und Keiner des Andern bedürfte. Denn wir sollendoch nie vergessen, daß wir nicht auf Erden find für Speise undTrank und Sinnenlust, Bequemlichkeit und Schlaf und Wachen,gleich den Thieren; sondern für etwas Höheres, nämlich für dieErhebung, Läuterung und Vergöttlichung unftrs unsterblichenGeistes. — Wir sollen doch nie vergessen, daß wir nicht denGeist empfangen haben, als ein Werkzeug des Körpers, und d^er dem Leibe und dessen Bedürfnissen und Gelüsten diene; sonderndaß der Leib nur ein Werkzeug und Diener des Geistes seinsolle, damit derselbe sich jede Vollkommenheit leichter zuckgne.Darum ist engere Verbindung der Menschen mit Menschen,der Nationen mit Nationen nothwendig, daß Einer dem Anderndie Hand biete; daß Einer den Andern zum Wetteifer im Gutenreize; daß Einer den Andern belehre. — Und zu solcher gegen-seitigen Verbindung und Hilfe ist kein gewaltigerer Reiz, alstheilweiser Ueberfluß und Mangel.
Es ist gut, daß wir, im Herbst besonders, die ungleicheVertheilung der irdischen Güter und des Aerntesegens aus diesemerhabenen Gesichtspunkte betrachten, um richtiger zu urtheilen;um, wenn wir schlechtere Aernten hielten, als unser Nachbar,uns darüber mit Würde und Wahrheit zu beruhigen; oder,wenn uns Gottes Segen ganz ausgezeichnet beglückte, desto