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6 (1837) Gott in der Natur
Entstehung
Seite
343
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klein ist die Anzahl Menschen im Vergleich mit andern lebendigenGeschöpfen, welche ebenfalls von der Natur ihre Nahrung for-dern! Wer könnte die Menge derselben zählen, oder auch nurungefähr berechnen? Und siehe den Vogel in der Luft, denspielenden Fisch im Bach, den Käfer am schwankenden Gras-halm jedem ist sein Mahl bereitet, keiner geht leer aus.Und sind es die Bewohner dieses Erdensterns, diese Menschenaller Weltgegenden, diese zahllosen Thiere aller Gattung allein,welche die Huld ihres Schöpfers ansprechen? Ach, was wrr un-übersehbar, zahllos, unermeßlich auf Erden finden, ist doch nurein kleiner Wassertropfen aus dem Ozean des göttlichen Welt-alls, worin die Sonnen schimmern wie Funken, und die Erdenwie Staubkörner. Es endet der Reichthum Gottes nicht mirden Grenzen unserer Länder und Meere. Die Natur, derenFreigebigkeit dich in tiefes Erstaunen setzt, ist in andernWelten nicht minder thätig und nicht minder verschwenderisch.Oder könntest du glauben, daß jene. Millionen großer Welt-körper, die im ewigen Himmel nach ewigen Gesetzen sich dahinbewegen, Monde um Erden, Erden um Sonnen, Sonnen«m Weltsterne, könntest du glauben, daß jene MillionenWelten, von denen die Erde, auf welcher wir wohnen, eineder kleinsten ist, alle versäumt und vergessen wären, um unsert-willen ? Wer darf das auch zu träumen wagen?

Du bewunderst in den Aernten deines Dorfes, deiner Stadt,deines Vaterlandes, die Freigebigkeit der Natur, den Segendes himmlischen Vaters. Dein Herz ist mit Dank erfüllt. Duerhebst die Stimme, ihn zu preisen, den Grundgütigen. Aberschwinge dich zu der Höhe empor, in welcher uns Jesus Chnstusden Vater des Weltalls zeigte; laß deinen Blick über die Aernrenaller Völker und Länder des Erdrundes hinfliegen; dann durchdie Unendlichkeit der Sterne bis zum letzten, welchen dein Augenoch als Lichtnebel erkennen mag gedenke aller Wesen dort,die auf seine Güte und Barmherzigkeit hoffen, die er Alle,Alle froh und selig macht: dann gedenkest du Gottes würdiger,und im Erstaunen und Entzücken verstummst du anbetend. Auchsein Verstummen ist Gebet!