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6 (1837) Gott in der Natur
Entstehung
Seite
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wenigen Trümmer liegen verloren in menschenleeren Wüsten._

Selbst der Boden ist vertrocknet, es fehlt an Quellen, anBäumen. Salpeter und Schwefel, und brennbare Stoffe an-derer Art erfüllen den Grund, erschüttern die Erde. SelbstJerusalem, die heilige, edle Stadt, ist jetzt voller Annuth undTrümmer, kaum noch von zwanzigtausend Seelen bewohnt.

Was wird nach vier- bis fünftausend Jahren die Erdober-fläche sein? Wo wird man die stolzen Hauptstädte unsers Welt-theils suchen, die heute noch für eine Ewigkeit gebaut zu seinscheinen? In den Wäldern der sogenannten neuen Welt, injenen amerikanischen Wildnissen, wo heute noch mit häßlichemGewürm und Schlangen der nackte Wilde kämpft, wird dannvielleicht der Hauptsitz der Pracht und Macht, der Wissenschaftenund Künste zwischen bewundernswürdigen Tempeln und Palästensein; und von unfern heutigen Städten und Ländern wird manvielleicht dann dort reden, wie wir jetzt von dem untergegan-genen Ninive, Tyrus und Sidon.

Was aber auch Jahrtausende nach uns auf Erden verwan-delt sein möge Gottes Barmherzigkeit gegen das menschlicheGeschlecht bleibt unverwandelt; seine Gnade auch nach Jahr-tausenden neu; sein Reichthum und Segen auch nach Jahr-tausenden unerschöpft, und wenn die Menge der Sterblichenlängst weit über tausend Millionen hinweggewachsen wäre.

Wenn ich die Milde des allmächtigen Vaters, die Freigebig-keit der Natur, aus diesem hohen Gesichtspunkte betrachte, wieverliert sich mein Blick schaudernd in das Unermeßliche derRäume und Zeiten! Wie groß ist Gott! Wie klein ist derMensch! wie thöricht mein allzuängstliches Zittern um dastägliche Brod! > Ach, er, der an das Wohlsein, an die Selig-keit von tausend Millionen mir gleicher Wesen denkt, wird ermeiner vergessen können? Er, der, wenn längst mein Gebeinim Grabe modert, noch für tausend Millionen Rarh und Hilfehat, sollte er allein für meine Geliebten, die mich einst über-leben, an Rath und Hilfe arm werden?

Und ist cs denn nur dies Menschengeschlecht allein, fürwelches Gottes Güte Nahrung schuf, und jährlich schafft? Wie