Und indem ich nun den Reichthum und Segen Gottes mdiesem Jahre erblicke; höre, wie man rings umher mit denAernten zufrieden ist; wie man keine Hungersnoth, keine Thcmrung zu befürchten hat: kann ich mich in meiner der Andacht ge-weihten Einsamkeit würdiger beschäftigen, als damit, daß ichden Blick zu dem Geber dieses Segens emporn'chtc und auf diegehcimnißvolle Haushaltung der Natur bewundernd hinschaue?
Er gibt uns Speise und Trank, und nährt Alles, was dabebet auf Erden. — Ach, und wie viel lebet auf Erden! —Das Wort Alles ist so leicht dahin gesprochen, aber unsereEinbildungskraft bebt zurück, wenn sie sich dies Alles verstellensoll. — Wenn man nur von einem Berge herab eine volkreicheLandschaft mit ihren vielen Dörfern und Wohnungen übersieht,,und ungefähr weiß, wie viel tausend Menschen aller Stände undAlter auf dem Flecken Landes wohnen, welchen das Auge über-sieht, und weiß, wie viel Lebensmittel jeder Art dazu gehören,das ganze Jahr hindurch nur einen einzigen Menschen zu er-nähren : wie muß man erstaunen, daß dieses Fleckchen Land soviel Menschen ernähren kann! Woher ein zureichender Vorrathvon Lebensmitteln für Alle?
Und wie außerordentlich groß ist die Zahl der Sterblichen,,welche auf der ganzen Erde zerstreut wohnen! In Europa allem,wo auch wir wohnen, leben derselben an hundert und achtzigMillionen. In Asien, dem eigentlichen Stammlande des mensch-lichen Geschlechts, mögen wohl fünfhundert Millionen Menschensein. In Afrika schätzt man die Zahl der Einwohner freilichnur auf hundert und zwanzig Millionen, weil daselbst ungeheureSandwüsten ganz ohne Leben sich in unabsehbaren Fernen ver-breiten. Allein zum Theil eben diese Wüsten, zum Theil dieWildheit der Menschen, welche längs den sandigen Einödenwohnen, haben verhindert, in das Innere dieses großen Welt-theils cinzudringen. Man weiß heutiges Tages mit ziemlicherGewißheit, daß dort große und volkreiche, fruchtbare Länderliegen; daß dort Handels - und gewerbreiche Städte sind, welchean Größe und Bevölkerung den größten Städten in Europa,gleichkommen. — Die Anzahl der Menschen, welche den amerika-