ihnen, wie viel Du uns gabst, da Du die Stimmen der Naturbis in das Innerste unsers Gemüths dringen ließest, damit sieDich offenbaren könnten.
Unbegreiflich, wie das Mächtigste und Geringste in DeinenWerken, o Gott, ist auch dieser edelste unserer Sinne, ohnewelchen Geister sich Geistern auf Erden nicht mittheilen könnten,und Jesus Christ' .s die Worte göttlicher Weisheit dem Ge-schlechte der Sterblichen nicht gebracht haben würde.
Umsonst erforschen wir den Bau des kunstvollen Werkzeuges,durch welches wir Töne vernehmen, die unsere Seele rühren,belehren, erheben. Eine durch die Luft fortgesetzte Bewegungder Körper dringt zu unserm Ohr, eingerichtet durch seineäußere Gestalt, Klänge aufzufangen, und ungeschwächt durcheinen Jrrgang zusammenhängender Höhlen zu dem darin aus-gebreiteten Nervenmark zu führen. Die hier mitgctheilte Er-schütterung pflanzt sich zu unserm Vorstellungsvermögen fort—wir nennen es hören.
Die Luft, in welcher sich die Töne verbreiten, gleicht einemimmer bewegten, unsichtbaren Meere, in welchem wir leben.Wie der ins Wasser geworfene Stein die stille Oberfläche des-selben bewegt, auf derselben kleine Wellcnringe bildet, die ihreErschütterung nach der Ferne ausdehnen, immer weiter, immergrößer, immer schwächer werden: so der in die Luft hinaus-geworfene Klang. Hätten wir ein so verfeinertes Auge, daßwir, wie die Bewegungen des Wassers, auch die durch Töneentstandenen Lufterschütterungen und Luftwcllen sehen möchten:wir würden neue Wunder erblicken, von welchen wir jetzt kaumeine Ahnung haben. Ohne Zweifel bilden alle Töne gewisseregelmäßige Gestalten in dem uns umschwimmenden Elemente.Wir wissen dies aus denjenigen bewundernswürdigen Gestalten,welche der auf einer vom Geigenbogen gestrichenen Glasscheibeausgestreute feine Sand im Augenblicke bildet, da der Klangdas Glas erschüttert. Der gleiche Ton malt hier dem Auge auchimmer die gleichen Linien, Punkte und Sterne von Staub.Was die Glasscheibe durch ihre Schwingungen hervorbringtin Flächenbildern, das erzeugen auch gewiß dre Schwmgungen