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6 (1837) Gott in der Natur
Entstehung
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natürlichen Bestimmungen unfähig werden muß. Dinge, vorwelchen den unverwöhnten Menschen Ekel befällt, reizen seineBegierden, und er vereinigt sie mit den Stoffen seines Körpers,unwissend, welche Folgen daraus entstehen mögen, denn er hatden Wächter seiner Gesundheit betäubt. Ihm wird das Gemeinefade; er gelüstet nur nach dem Ungewöhnlichen und Allem, wasseine Nerven stärker reizt oder auf neue Art. Er sinnt auf neueMischungen der Speisen, erhitzt mit feurigen Gewürzen seinGeblüt, und nicht das Leben, sondern ein flüchtiges Schmeichelnseiner Geschmacksnerven ist der Zweck seines Essens und Trinkens. Aber beobachtet den Unglücklichen nach wenigen Jahren; wiesteht er entstellt und verwandelt da! Ein Heer unbekannterFieber schleicht um seinen Tisch her. Die Säfte seines Leibessind vergiftet, seine Nerven sind zerrüttet. Bleich und schwammig,zu jeder hohem Gcmüthserhebung unfähig, wird er die Beuteseines viehischen Lasters, und der Raub eines vorschnellen Todes.

Aber Frohmuth und Gesundheit, die von Wangen undAugen lächeln, sind die Blüthe, und langes Leben die Fruchtder Mäßigkeit. Der Enthaltsame, immerdar zu allem Gutenaufgelegt, weil sein Geist frei ist, findet die Welt schöner, weiler sie auf mannigfaltigere Weise genießt. Der Hunger ist es,welcher seine einfache Kost süßer würzt, als dem lüsternenPrasser seine mit allen Hilfsmittel einer vergifteten Kunst zu-bereiteten Gerichte.

Sobald diese künstliche Reizung der Eßlust und der Kitzeldes Gaumens zur Leidenschaft erwächst, hat der, welcher sichihr ergibt, keine Bürgschaft mehr, weder für Gesundheit undLebensverlängerunz, noch für die zweckmäßigste Verwaltung undErhaltung seines irdischen Vermögens, das ihm Gott gewährte.Wie oft sind wir Zeugen vom Verfall des Wohlstandes ehemalssehr begüterter Familien, ohne daß uns von ihnen ein besondereräußerlicher Prachtaufwand, oder irgend ein zerstörender Un-glücksfall bekannt wurde! Genäschige Eßlust und Schlemmereiwaren die Urheber ihres Untergangs. Das Kind des weilandreichen Prassers lebt heut in dunkeler, dienstbarer Abhängigkeit,und nagt am elenden Almosen, weil die gewissenlosen Aeltern