und verächtlicher, als das vernunftlvse Wesen. — Er zerstörtSie heiligsten Ordnungen der Natur; er zerstört an sich selbst dieZwecke seines gütigen Schöpfers, der ihm einen Leib gab zumBehuf des Geistes, nicht aber einen Geist zum Behuf desLeides. — Aber auch keine Sunde rächt unmittelbar und schreck-licher die verstoßene Tugend, als Schwelgerei und Unmäßigkrit.
unterdrücken die Fähigkeiten des Geistes, vermindern dasVermögen des Unheils, des Scharfsinnes, des Gedächtnissesund anderer edeln Vermögen Oes Gemüthes in solchen! Grase,Laß der Nachthcil oft auf die Nachkommepschaft erben kann.Natürlich muß dies die Folge sein, wenn ein einzelner Sinn,oder ein einzelner Theil des Körpers auf Kosten der übrigenvorzugsweise gereizt, gestärkt und gepflegt wird. — Nur in derharmonischen Ausbildung und Erhaltung aller unserer Kräfteliegt Gesundheit und Vollendung; jede Abweichung davon istAuswuchs und Krankheit. — So lange die Verdauungswerk-zeuge vorzüglich beschäftigt sind, ist der Geist nicht zur vollenThätigkeit gestimmt, und jede Ueberlreibung einer körperlichenBeschäftigung zieht Erschlaffung nach sich.
Daher sieht man überall im gemeinen Leben, daß aus- -gezeichnete Prasser und Schwelger oder Trunkenbolde seltenbesondere Geisteskräfte besitzen, und daß ihnen ein anhaltendesgründliches Nachdenken mühsam oder ganz unmöglich wird.Sie sind für große Gedanken und große Tugenden gleich stumpf.Für sie haben nur die Freuden des Tisches einen Werth in derWelt. — Im Gegentheil waren die Erhabensten und weisestenund vielthätigsten Menschen jederzeit von bewundernswürdigerEnthaltsamkeit. Sie genossen nur so viel, als zur Aufrecht-haltung ihrer Gesundheit vonnöthen war; sie verachteten diethierischen Freuden an Leckerbissen, und zogen die einfachste Kostdarum vor, weil sie die dem menschlichen Körper ersprieß-lichste ist:
Schwelgerei und Gaumenkitzel vernichtet, als ein sträflicherMißbrauch göttlicher Gaben, die Gesundheit und verkürzt dasLeben. Durch fortgesetzte Lüsternheit und Uebung stumpft derPrasser seinen Geschmackssinn also ab, daß'derselbe zu einen