293
ihn zu Boden. Wer, erhabener als fein Werkzeug, dieses nach >Sen Grundsätzen der Weisheit regiert, bewahrt es. Der Wol-lüstling welkt früher dahin; der üppige Weichling genießt keinelange Lebensdauer. Er wird durch Unklugheit fein eigenerZerstörer und Mörder.
Vater, Schöpfer meines Lebens, der Du mich auf so wun-derbare, mir selbst ganz unerforschliche Weise gebaut hast, jemehr ich Deine Allmachtswerke betrachte, je deutlicher erkenneich Deinen Willen und meine Pflicht. Ich erkenne in DeinenSchöpfungen höhere und niedrigere Kräfte; Du hast mich, aus-gerüstet mit Bewußtsein und Freiheit, zwischen beide gestellt.Daß ich wählen solle, zu welchen ich gehören möge, ob zu densinnlichen, dunkeln, bewußtlosen, oder zu den geistigen, mitWillkür und Erkenntniß begabten.
Kann mir denn die große, vielleicht auf Ewigkeiten ent-scheidende Wahl schwer werden? Legtest Du nicht nur in dieNerven meines Leibes, auch in das Innerste meines Geistes,-ein Gefühl eigenen Werthes? Bin ich nicht Geist, o Gott, ichDein Arhem, bin ich nicht göttlicher Natur? —Warum soll ichLas Unsterbliche in mir ganz vermischen und vermählen mit denrriedern Naturkräften, Die Du zum Dienste meines Geistes ver«ordnetest? Nein, mein Gott, nicht das, was die Sinnennervenanzieht, nicht deren angenehmes Spiel — nein, Du bist meineSehnsucht. Jene Vollendung ist mein Ziel, in der Du wohnst,und zu welcher mich Jesus Christus ruft.
Hinweg von mir darum alles üppige Wesen, jede Ver-weichlichung, jeder Mißbrauch meines Körpers! Denn dies^Wohnhaus meines unsterblichen Geistes, ist es nicht DeinHeiligthum? Wirst Du nicht einst Rechenschaft fordern, wieich das anvertraute Werkzeug gebraucht habe?