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6 (1837) Gott in der Natur
Entstehung
Seite
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lenkt oder davon wcgzieht. So kann der Mensch seine Schmerzenverringern, indem er seine Gedanken lebhaft mrt einem andernGegenstände beschäftigt.

Erst durch diesen Sinn erhalten wir von einer körperlichenGestalt wahre Begriffe; wir empfinden die Härte, Weichheit,Glätte, Unebenheit, Nässe, Trockenheit, Wärme, Kälte, Be-weglichkeit u. s. w., von dem allen, wir auf keine andere WeiseVorstellungen haben würden. Konnten wir nur sehen, nie be-tasten , das ganze Weltall würde, um uns ber schweben, wieein Gewirre glänzender Traumbilder, in welchem wir selbstohne Gefühl umherschwebten.

Ob wir nun gleich durch das Gefühl die Dinge außer unsgleichsam selbst fassen, ergreifen, und unmittelbar wahrzunehmeNscheinen: erkennen wir fie darum doch nicht genauer und un-mittelbarer, als durch jeden andern Sinn. Denn auch dieZungebetastet mit den Geschmacksnerven; auch die Geruchsnervenwerden ummttclbar von den in der Luft zerstreuten Körpcr-theilen gereizt; auch die Gehörnerven, wie die Nerven desGesichts, werden unmittelbar von dm Kräften außer uns an-gerührt, welche Reizungen dann von uns ihre Erscheinunggenannt werden.

Ohne Gefühl hätte ich kein Leben des Körpers, keinenWächter seiner Erhaltung, daß er mcht durch zerstörende Ein-drücke verletzt werde. Ich ehre in der sorgfältigen und reichenVerthcilung dev Gefühlsnerven über die Oberfläche meines Kör-pers die göttliche Vorsehung, und erkenne, wie wichtig sic fürmeine Seele die Erhaltung des Leichnams gemacht hat. Dergeringste Schmerz warnt mich, lenkt meine Aufmerksamkeit nachder verwundeten Gegend hin, und gebietet mir, Sorge zu tragen;so wie im Gegentheil eine Wohlempfindung mich belehrt, das/das wunderbare Seelenwerkzeug gegen Unfall sicher sei.

' Allein wie thöricht würde cs sein, wenn mein Geist nurglaubte, dieser Gefühlsnerven wegen vorhanden zu sein, unddaß seine höchste Bestimmung sei, dieselben auf alle Wesse zuhegen und zu pflegen! wie thöricht, sich ein-ubilden, derKünstler und Handwerker habe das Leben empfangen, um der