Eigene, biegsame, faserige Bänder, die man Sehnen nennt,durchschlingen und umfassen die weichern Körpertheile, undhalten sie mit den Knochen verbunden; mehrere solcher Sehnenin Eins und in gewisser Gestalt vereint, heißen Muskeln, diesehr reizbar sind, und dazu dienen, Bewegungen im Körper zuveranlassen. Alles, was wir Fleisch nennen, ist ein Geflechtvon Sehnen, Muskeln, Häuten und Adern. Durch die Adernströmt unaufhörlich das Blut vom Herzen hinweg, durch denganzer Körper, und zum Herzen zurück.
Jeder, auch der kleinste Thei! ist an seiner angemessenenStelle, hat seine eigenen Verrichtungen, und ist mit dem Ganzengar innig verknüpft. Viele dienen, der künstlich gebauten Ma-schine Nahrung zuzuführen, andere die Nahrung zu verwandelnin Blut, Haut, Sehnen, Muskeln, Knochen u. s. w.; wiederandere, das Untaugliche und Ueberflüssige vom Körper abzu-sondern. Alle diese Geschäfte des Körpers gehen ununterbrochenfort, ohne daß es der Mensch selbst weiß und will. Ja, er be,müht sich vergebens, zu erforschen, wie die Verwandlungen inihm entstehen können.
Wir wissen zwar, daß die zermalmten Speisen zum Magengelangen, dort durch einen scharfen Saft aufgelöset, durch dieGalle geschieden werden in taugliche und untaugliche, in denDärmen durch weite Umwege verdaut, und aller ihrer cdlern,zur Lebenserhaltung dienlichen Stoffe beraubt werden: wirwissen, daß die flüssigen! Theilc durch die unendlich feinern Ge-fäße der Nieren durchgeseiget werden, um noch alle zur Er-nährung tauglichen Stoffe abzusetzen; aber immer wissen wirvon dieser höchst weisen Einrichtung nur das Aeufiere, und be-greifen nicht die Möglichkeit ihrer Wirkungen, während uns ihrDasein in Erstaunen setzt.
Nicht die Speisen allein, welche wir nehmen, sondernauch die Luft selbst dient zu unserer Nahrung. Wir athmen sieein, und erfüllen damit die Lunge, welche sie wieder zurück-stößt, weil sic ihr beschwerlich wird. Dennoch dauert in derLunge der Reiz fort, sie fordert neue Luft, und so dauert LasEin - und Ausathmen durchs ganze Leben fort. Während die