Luft in der Lunge ist, saugt diese die edlern Stoffe derselben insich, und stößt dre zum Leben unnützen wieder aus. Daher, wennMenschen beständig in Zimmern eingesperrt leben, wo keinZukommen frischer Luft statt finket, sie erkranken müssen.Denn die einmal geathmete Luft bat für sie keine Nahrungmehr. Selbst die feinen Oeffnungen an der Haut des mensch-lichen Körpers, für bloße Augen unsichtbar, schlucken Luft einund Thcile des Wassers, in dem man sic badet; aber wasund wie die Luft Nahrungstheile gibt, das bleibt dem Sterb-lichen verborgen.
Eben so merkwürdig und geheimnisvoll die Verrichtungender mannigfaltigen äußern und innern Glieder uns Abtheilungendes Körpers sind, so wichtig und gehcimnißvoll ist auch dasGeschäft der Nerven, die den ganzen Leib durchschweben, undohne Zweifel die ersten Hilfsmittel der Seele sind, deren siesich zur Lenkung und Beherrschung des Körpers bedient.Durch sie ist die Seele gleichsam in ihrer irdischen Wohnungallgegenwärtig. Durch sie empfindet sie erst, was außer ihrvorgeht.
Diese Nerven sind weiche, äußerst zarte, zuweilen kaumsichtbare Faden; jede einzelne Nerve besteht aber aus zwei zu-sammenliegenden Faden. Sie breiten sich durch den ganzenKörper aus; von der äußersten Oberfläche desselben dringen siebrs in das Gehirn. So hat man dreißig Paar Rückgrachnervenund zwölf Paar Hirnncrvcn gezählt.
Wie die Seele durch diese Nerven ihren Willen im ganzenKörver verbreitet und empfindet: so wirkt auch der Körper undAlles, was denselben nahe und fern umgibt, durch sie auf dieSeele. Durch sie pflanzt sich der äußere Schmerz bis zum Geistefort, und wird zur Vorstellung in ihm. Doch vergebens forschestdu: wie kann das Irdische hier in das Geistige verschmelzen,oder wie kann das Reingeistige auf das Irdische wirken? —Dein ganzer Körper besteht aus geistigen Theilen, die du nurdeswegen Körper nennst, weil sie sich, als verborgene Kräfte,durch Erscheinungen äußern, welche von den Sinnen wahr-aenommm werden. Gedanken und deren Ausdruck durch Worte