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Aufruhr der Natur. Der geistige Mensch fühlt sich froher mdem sichern Arm seines ewigen Vaters; der sinnliche Menschzittert nur für seinen Leib, für sein Haus, für sein Vermögen,welches ein Hagel zu zerschmettern droht. Der geistige Menscherkennt im Sturm des Gewitters, wie im Hauch einer Abend»luft, welche um Blumen spielt, Gottes Nähe, Gottes Liebe;der fleischlich-gesinnte Mensch erschrickt und bebt knechtisch vordes Allmächtigen Donner. Der geistige Mensch fühlt nach demGewitter den Gottesfricden, und seine Seele preiset die un-endliche Güte; der sinnliche. Mensch erneuert sein altes Leben^fährt in seinem sündlichen Thun fort, und vergißt Gottes durchJesum geoffcnbarten Willen eben so bald, als er meint, daß dieGefahr vorübergegangen sei.
Ich will bei deiner Betrachtung verweilen, majestätischesSchauspiel in der Schöpfung, furchtbar prächtiges Gewitter^welches wie ein Zeuge Gottes über den verstummenden Erdballwandert, und ihn erquickt, und Menschen und Thiere mitgesündcrn Lüften nährt.
Siehe, die Pflanzen haben schmachtend ihr welkes Hauptegesenkt; die Thiere lechzen im heißen Sonnenstrahl; die Erdespaltet sich und dürstet nach Regen, um die Wurzeln der Kräuterund Blumen und Bäume zu tränken. Die Thiere schleichen er-mattet, und der Mensch geht erschlafft umher durch die glühendeLuft.
Gott winkt, einzelne Wolken sammeln sich am Himmel. Siewachsen und schwellen; Niemand sieht, woher sie ihre Größe^nehmen. Gleich schwimmenden Gebirgen lagern sie sich amHimmel hin, und Ln ihrem Schoose bereitet eine unsichtbareGewalt den Segen des Erdballs. Jene Ungeheuern Lasten undStröme befruchtenden Regens, fähig Ströme emporzuschwellen^die festesten Dämme zu sprengen und ganze Thäler zu über--schwemmen, schwimmen leicht und festgebannt tn den Gewöllendes Himmels, wie eine Feder auf der Luft schwimmt. Unerforsch»liches Wunder Gottes! Ein Ozean schwebt über meinem Hauptohne alle Schwere, und die Luft, welche sonst keinen TropfesWassers aufha.lttn kann, trägt ein ganzes Meer!