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6 (1837) Gott in der Natur
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der Stimme, als durch das Wort, aus. Je gefühlvoller einMensch ist, je abwechselnder wird die Stimme seiner Rede sein,so wie der, welcher von keinen starken Gemüthsbewegungenergriffen ist, seine Worte eintöniger und ruhiger dahin fließenläßt. Nicht die Gedanken, sondern die Gefühle sind es, welchedas Steigen und Fallen des Tones und den Gesang in unsereSprache bringen.

Der Geist, dieses Erhabenste und Göttlichste im Menschen,diesCr-Selbst", welcher alles Andere in ihm beherrscht undzu vergöttlichen weiß, hat auch den Ausdruck, oder gleichsamdie Rede der Gefühle, zu einer wunderbaren Höhe ver-edelt, deren kein Thier und der gesangreichste Vogel nicht fähigist. Er brachte Kunst und Zusammenhang in die Sprache desGefühls, und so entstand die Musik. Was dem Geiste dasbelehrende und überzeugende Wort ist, worin sich der erleuch-tende Funke des Gedankens hüllt, um in andere Geister über-Zugehen, das ist für die Seelen das melodische und harmonische.Hinströmen von Klängen, in welchen sich die Empfindungendes Gemüthes aussprechen.

Daher finden wir die ersten Anfänge und das Gefallen derTonkunst bei den wildesten Völkern. Je mehr sich ihr Geist unddurch ihn die Seele, dies Vermögen der Triebe und Gefühle,vervollkommnet und bereichert, je anmuthvoller und kräftigerwird bei ihnen die Musik. Alles, waS uns gewaltig und tiefbewegt, oder was der Macht des denkenden und forschendenGeistes zu erhaben ist, wirkt auf das Gefühl zurück, erregt einAufwallen der Leidenschaften, oder Erstaunen, Ehrfurcht, Be-wunderung. Ist cs ein Wunder, wenn wir die Tonkunst fastüberall als eine Dienerin der Religion in der feierlichen Gottes-vcrchrung der Völker erblicken? Wessen Geist kann die Erhaben-heit des höchsten Wesens denken, ohne zu erbeben und ohnmächtigin sein Nichts zurückzusinkcn? Nur Anbetung und Ehrfurcht redendann noch in uns. Wer kann mit seinem Verstände die Gütedes himmlischen Vaters, seine zärtliche Sorgfalt für zahlloseMiriaden erschaffener Wesen ermessen? Der verstummende Geistspricht sie nicht in Worten aus, und versinkt in einen Strom von