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6 (1837) Gott in der Natur
Entstehung
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auch dann nicht, wenn unsere Kurzsichtigkeit nicht fähig wäre,sie zu erkennen. Selbst die sogenannten Unkräuter sind wohl«thätige Gewächse, wenn auch nicht immer für den Landmann,doch für Arzneien, Salben und den Gebrauch in mancherleiGewerb und Kunst. Selbst das sogenannte Ungeziefer, welchesunter und über dem Boden lebt, hat im Haushalt der Naturfeine wichtige Bestimmung, und trägt zum allgemeinen Segenbei, wenn gleich dessen Anhäufung auf einzelnen Stellen zu-weilen schädlich für die Zwecke der Menschen sein mag.

Vielleicht wären jene Erdlager der Felder und Wiesen, dienie ein Pflug aufbricht, schon längst steinartig verhärtet undunfruchtbarer, wenn sie nicht alljährlich durch Millionen undMillionen Gewürme, Käfer, Schnecken und andere Thieredurchwühlt und aufgelockert würden. Die unterirdischen, viel-fach gewundenen Gänge, Zellen und Behausungen dieser kleinenGeschöpfe sind eben so viel künstlich gebaute Kanäle, durchwelche der Regen befruchtend in den tiefen Grund dringt, unddie Luft den Wurzeln neue Nahrungsstoffe bringen kann. Gotthat Alles weiser geordnet, als der Sterbliche kennt und begreift.Wo der Mensch Störungen seiner eigenen Absichten oder Fehlerin der Naturordnung mit kindischer Vermessenheit beklagt, istihm, ohne sein Wissen, eine Wohlthat geschehen, deren Folgensich auf viele Jahre verbreiten, um den Schaden des Augenblickshundertfach zu ersetzen.

Doch, um wieder den Haushalt, das Leben und den Baujedes einzelnen Würmchens zu erkennen, würde ein Zeitraumvon tausend Jahren viel zu kurz sein. Wie reich sind Erde undWasser bevölkert! Wer weiß nur die Namen aller dieser Zahl-losen ? Je schwächer sie scheinen, und je leichter ihre Ver-nichtung möglich wäre, jd zäher ist ihre Lebenskraft; so z. B.die Schnecken, deren ganzer Bestandtheil fast nur ein zerfließen-der Schleim zu sein scheint. Aber nicht nur die abzeschm'ttenenTheile ersetzen sich bei vielen von selbst wieder; sondern oft ent- *steht aus den losgerissencn Stücken wieder ein aigenes sinnreichgebautes Thier, wie dies der Fall bei derjenigen Gattung ist,welche man Seesterne nennt, und an denen man über achtzig-