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6 (1837) Gott in der Natur
Entstehung
Seite
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einer solchen Natur, daß sie sich fast überall hin, wo Sterblichewohnen, verpflanzen lassen.

Vor Zeiten waren die Länder unserer Gegend unermeßlicheWüsteneien, Herbergen wilder Thiere; meistens von unfrucht-baren Bäumen und ungenießbaren Kräutern bedeckt. Jetztgleicht unser Vaterland einem großen Garten, versehen mit dennützlichsten und schönsten Gewächsen aller Welttheile. Fastalle unsere Obstbäume, die nun bei uns einheimisch sind, wurdenhieher aus warmen Morgenländern verpflanzt; eben so die lieb-lichsten unserer Blumen- und Küchengewächse. Pfirsich undRose aus Persien und Syrien; das Getreide aus dem hohenAsien; die nahrhafte Kartoffel aus Amerika, desgleichen derMais oder türkische Waizen , welcher in seinen körnerreichenKolben drei- und sechshundertfältige Frucht bringt.

Jede dieser unzählbaren Pflanzenartcn ist verschieden vonder andern gebaut; keine der andern ähnlich, jede zu ihremZweck auf das vortheilhafteste. Sehet auf das Korn, welchesauf den Feldern prangt: jeder Halm predigt die liebende Weis-heit des Herrn. Dieser Halm steigt schlank und hoch über dieErde auf, damit die Körner nicht durch die Feuchtigkeit des aus-dünstenden Bodens verderbt und zur Fäulniß gebracht werden.Die Länge des Halms begünstigt die bessere Reinigung des darinvon den Wurzeln aufsteigenden Nahrungssaftes, daß die mehligeFrucht wohl gedeihe. Der lange Weg, welchen jener Saft ausdem Erdboden hinauf zu machen hat, erlaubt auch der Sonne,ihn anhaltender auszukochen. Zwar schwankend und dünn istdas Rohr, an dessen Spitze sich die Aehre wiegt; doch wehrendas Zerknicken derselben im Winde starke Knoten, deren feineDurchlöcherung von innen dem emporstcigenden Saft und derSonnenwärme genügsamen Durchgang gestattet. Neben demHaupthalme treiben wehende Blätter, um Regen und Thaudes Himmels zu sammeln, die wachsende Pflanze zu tränken.Ist sie aber ihrer Reife nahe, dann welken selbst die Blätter,damit alle Nahrung ungetheilt der Aehre zugehe, deren Körnermit langen rauhen Stacheln eine Schutzwehr gegen die Vögelhaben. Nichts ist ohne wohlthätige Absichten. Und sic fehlen