unendlichen Fernen vom nächtlichen Himmel strahlen? — oderdie geheimnißvvlle Haushaltung der Wolken bewundern, inderen Schoose Sturmwinde und Feuerströme neben UngeheuernWasserfluthen wohnen? Soll ich die Gewalt der Elementeuntersuchen, jener wunderbaren-Urstoffe, aus denen Alles erbautist; und deren Eintracht oder Krieg Welttheile blühend machtoder zerstört?
Groß ist Gott in allen seinen Werken! Warum in denWundern entfernter Gebiete des Weltalls ihn suchen? SeinrMacht und Weisheit ist in den Bahnen des Himmels, woErden, Sonnen und Monde in unveränderlichen Kreisen undOrdnungen schweben, nicht erhabener, nicht unbegreiflicherals in den Gefäßen, Adern und Fasern des kleinsten Blättchenseiner sich am Sonnenstrahl entfaltenden Blume. — Der Herrist überall groß, und sich überall gleich, im weiten Weltgebäude,wie im kleinsten Grashalm.
Die Lebcnsgeschichte einer einzigen Pflanze wäre hinreichend,den hartnäckigsten Zweifler vom Dasein einer höchsten Weisheitund Vorsehung zu überzeugen. Aber wer kann eine solche Ge-schichte würdig und allumfassend genug beschreiben, wie sichaus dem geringen Samenkorn ein Keim entwickelt, der nachJahren zum weitschattcnden Baum wird, welcher vielen hundert,ja lausend lebendigen Geschöpfen auf und unter ihm Kühlung,Schutz, Aufenthalt oder Nahrung gibt? Jeder Baum ist einekleine Welt von Thieren aller Art; j>a jedes Blatt ist eine Stadtvon einer Menge mit bloßen Augen kaum erkennbarer Kreaturen.Für Alle sorgte Gott. Für sie ist keine andere Welt, als dieserBaum, an dem sie wohnen; er steht seit Jahrhunderten, undtausend Geschlechter sind auf ihm geboren und vergangen. Soerreichen unsere Eichen oft das Alter von einem halben Jahr-tausend, und auf dem Libanon sollen noch Cedern grünen, dieSalomons Tage sahen.
Jede Gegend des Erdballs ist durch die Hand des Schöpfersmit den ihr eigcnthümlichen Pflanzen geschmückt. Aber solche,welche für den Menschen eine gesunde Nahrung bieten, sind