Pf. I01, 13 —IS.
Ich fühl'S in jeder WonneDer jauchzenden Natur;
In, Glanze Deiner Sonne/
Im Hain und auf der FlurIn Deiner Berge Pracht/
8m blumenreichen Thale/
8m frühsten Morgcnstrahle:
Gott/ Deine Güte hat'S gemacht.
Es spricht die ganze Erd«/
Und jeder Rose Duft/
Das Brüllen jeder Heerde/
Das Säuseln jeder Luft.
Wie groß ist Deine Güte!
Sagt lispelnd mir der Bach;
Wie groß ist Deine Güte!
Hallt mir Dein Donner nach.
Zum Lobe Deiner WerkeGib Feuer meinem Geist/
Begeisterung und StärkeDem Danke/ der Dich preist:
Bis er vor Dir/ gewöhntZu Deiner Werke Ruhm«/
8» Deinem Heiligthume/
8» hvhcrn Liedern tönt!
Äie schönste aller Jahreszeiten ladet uns jeden Tag zum Ve-rrusse der freundlichen Natur ein. Wer verläßt nicht gern dasdumpfe Zimmer, um unter den Blüthen grünender Zweige zulustwandeln? Wer erquickt sich nicht gern in den Strahlen derFrühlingssonne, wenn sie durch das spielende Laub der Bäumefallen; oder wer wandelt nicht wie ein Seliger im Schimmerder Abrndröthe, wenn Hügel, Wälder, Himmel und Thalim milden Duft um uns her schweben, wie das Gebilde einesanmuthigen Traumes? Was ist zuletzt neben dieser seclemerhebenden Pracht der Gottcsschöpfung alle Pracht der Fürsten-wohnungen? Wie gern verläßt auch der Mächtigste seinen Thron,der Reichste seine Schätze, um mit dem Aermsten im Lande denGenuß dessen zu theilcn, was die Gottheit Allen gab! -