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6 (1837) Gott in der Natur
Entstehung
Seite
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seit des Blitzes Thiere und Menschen, welche sich nicht schnellvor seiner Berührung retten.

Doch wer könnte die mannigfaltigen Erscheinungen derLust und der Winde hcrnennen? Ihre Zahl ist zu groß, ihreWirkungen sind zu außerordentlich, ihre Ursachen unerforschlich.Wo Gott herrscht, waltet heiliges Geheimniß. Aber in den Er-scheinungen seiner Stärke erkennen wir den Allerhöchsten, denWeltregierer, und mit ehrfurchtvollem Staunen beten wir ihnon, und überall und immer seine Weisheit, seine Güte. Dennauch da, wo seine Macht am furchtbarsten erscheint, ist erWohlthäter; und wo wir seine tiefverborgenen Zwecke nichterkennen, ahnec sie das gläubige Gemüth. Du, Herr, Dumachest Deine Engel zu Winden, und Deine Diener zu Feuer-stammen. (Ps. 104, 4.) Durch Deine Stürme reinigest Dudie Lüfte, daß sie mit Gesundheit alle Deine Geschöpfe erquicken,und an der Hand der Winde führest Du die Schiffe über dasMeer von Welttheil zu Weltthcil, daß sich die Menschen überallÄs Brüder begrüßen und finden, und mit gegenseitiger Liebehilfreich unterstützen.

O Vater, mein Gott, mein Schöpfer, mein Erhalter!Wie konnte ich oft bei Deinen Wohlthaten so ungerührt da-stehen, die ich mit jedem Zuge meines Athems genoß! O Un-rrforschlicher, dessen Tiefe der Einsicht und Weisheit kein Sterb-licher, kein Engel ergründet, wie konnte ich oft so kalt durchdie Herrlichkeit Deiner Schöpfung dahin wandeln, als wäreAlles nur ein Spiel des todten, bewußtlosen Ungefährs!

Nein, nein, nicht länger soll es also mit mir sein. Nichtvergebens blühte Dein Erdenfrühling wieder um mich auf! Erist der Verkündiger Deiner Größe, der Prediger Deiner Liebe.Er redet nicht vergebens an mein Herz. Ich will Deine Werkebetrachten; ich will Dich suchen in Deinen Thaten. Und werDich mit aufrichtigem Herzen, mit Inbrunst sucht, Vater, derfindet, der erkennt Dich überall. Denn überall lebst Du undAlles preiset Deinen ewigen, herrlichen Namen. Ihn nenntdas Brausen des Sturms; ihn der Gesang der Haine; ihn der