dem Sausen des Ozeans mischt sich das Erbrausen der ge-schlagenen Wellen, die in schauerlicher Beweglichkeit bald dasInnere des Erdballs zu entblößen, bald sich gegen die Wolken desHimmels hinaufzuschleudern scheinen.
In diesem Grimm der weit empörten Natur lernt auch derZweifler glauben und der Bösewicht beten. Da ist's, wo dieMacht der gefürchteten Erdengötter, der hochgefeierten Königeund Fürsten, geringer als elender Tand und Staub erscheine.Da ist's, wo Du, Gott, o Allmächtiger, in Deiner Majestätoffenbart stehest, vor der Alles erzittert und auch das Erhabensteals ein Nichts verschwindet. Da ist's, wo die Welt erbebt, derStärkste erblaßt, der Leichtsinnigste verzweifel., und nur noch,mitten im verheerenden Sturm, ruhig die stille Tugend lächelndzu Dir emporblickt, und mit dem frommen Sänger der Psalmenspricht: Du fährst auf den Wolken, wie auf einem Wagen, undgehest auf den Fittigen des Windes. (Ps. 104, 3.)
Schaudervoller als jeder Sturm, der in den milden Him-melsstrichen weht, die wir bewohnen, ist mancher andere inentlegenen, heißern Weltgegenden. So zittert der Aegypternoch heutiges Tages, wenn der tödtliche Gluthwmd aus denWüsten hervorbricht. Dann wird der sonst immer heitereHimmel trübe; die Sonne gleicht einer rothbräunlichen Scheibe,die Luft ist grau, wie von einem staubigen Dunst gefüllt, undwird immer glühender. Schnell welken die Pflanzen ab; dieBlätter fallen verdorrt von den Aesten der Bäume; Vas Kältestewird heiß, selbst Marmor und Eisen und Wasser erwärmen.Thiere und Menschen flüchten in Schatten, Höhlen und Gruben,um den brennenden Windstößen zu entrinnen und nicht vonihnen unmittelbar getroffen zu werden. Wehe dem, den sietreffen: er stürzt erstickt zu Boden; ein augenblicklicher Tod istsein Loos.
Aehnlich diesem ist in Arabiens Wüsten der giftige Samiel.Wenn er sich erhebt und weht, scheint der ganze Luftkrcis feurigund roth. Mit Zischen und Knistern fährt der Wind daher undmit erstickendem Schwefelgeruch. Er tödtet mit der Geschwindig-