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Frühlings-Andacht.
Psalm 148/ t —6.
Herrlich leuchtet Deine Güte/
Deine Macht und Weisheit/ Gott!
Jedem fühlenden Gemüthe
Ruft der Frühling: Gott ist Gott!
Ist ein Quell/ dem Freud' entquillt/
Der mit Leben Alles füllt.
Millionen Blumen duften/
Alle Felder strahlen grün/
Wie wenn tausend Stimmen ruften/
Hör' ich: Fühlt und preiset ihn!
Ihn / der Erd' und Himmel trägt/
All' ihr Heer trägt und bewegt!
Ä)ärmere Lüfte umwehen mich, und tragen mir balsamischeGerüche von tausend und tausend aufgeschlossenen Blumen zu.Mit Hellem Grün leuchten Wälder und Hügel auf mich her;und ein silberner Regen von Blüthen traust von den Bäumen,unter jedem Schauer des Windes, auf mich hernieder. Der Bach,welcher noch vor wenigen Wochen vom harten Eise starrte,fließt im grünen Schatten Hangender Gesträuche fröhlich dahin,und Blumen bekränzen sein Ufer. Gleich lebenden Blüthengaukeln Schmetterlinge durch die Lust; Käfer summen imwarmen Sonnenstrahl, und Lerchen singen über Kornfeldern,indem sie dem glänzenden Tagesgestirn entgegcnschweben.
Welch eine Pracht rings umher! Mit wie wunderbarenFarben prangen die Blumen des Gartens! Sie enthüllen sicheine um die andere in ihren schönen, mannigfaltigen Gestalten,öffnen ihre geheimen Kelche, und gießen süßen Duft, wie ausOpferschalcn, über die Erde hin.
Wo bin ich? Ist dies noch die Welt, welche vor wenigenMonaten vor meinen Augen so ausgestorben dcllag? Ist esnoch dieselbe Welt, wo vor Kurzem Alles in Schnee und Frosterstarrt, wie in einem einzigen weiten Grabe beisammen lag?Da schwieg der Schöpfung Lobgesang, wenn nicht vielleicht nochdort und hier aus einsamen Hütten ein Seufzer des Dankes zu