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jene Sonnen und Sterne stehen still, die über dir auf- undniedergehen; wenigstens ist dein Auge nicht fähig, ihren Laufzu bemerken. Die Tage und Nächte, die Morgen und Abende,ja selbst alle Jahreszeiten sind immer zu gleicher Zeit auf Erdenvorhanden, während dich ihr Wechsel erfreut. Die Zeit ist immevdieselbe. Die Geschichte eines Jahres mit seinen mehrern Hun-dert Tagen und Nächten, Morgen-und Abendröthen, mit seinenBlüthen, Früchten und Schneeflocken, ist im Grunde die Ge-schichte eines einzigen Augenblicks.
Denn könntest du dich mir dem Fittig eines Engels überdie Erde erheben in die ungemessenen Fernen des Himmels:so würden Sonnen und Sterne stille stehen über deinem Hauptesnur die Erdenwelt würde unter dir, wie eine ungeheure Kugelfederleicht um sich selbst rollend, durch das endlose Nichts-schweben, und einen weiten länglichten Kreis um die Sonnebeschreiben, der im Jahre vollbracht wird. Und wie die Sonnen--strahlen abwechselnd die Hälfte der in ihnen spielenden Welt-kugel vergolden, sähest du die Tageszeiten im gleichen Augenblickerscheinen; und wie ein Thcil der Erde diese Strahlen senkrechter,oder schiefer empfängt, sähest du im gleichen Augenblicke alleJahreszeiten. — Ein solcher Augenblick wäre die Geschichte einerEwigkeit. Die gleiche Sonne, die auf einem Strich des Erd-bodens die untergehenoe heißt, ist für weiter entfernte Völkerin gleicher Minute die ausgehende. Die Abendröthe vielerLänder ist zugleich die Morgenröthe für viele andere. Du sähesthier vom Schlaf erquickte Menschengeschlechter in demselbenAugenblick erwachen, da sich andere, ermüdet von des Tages Last,zum stillen nächtlichen Lager begeben; wo der Sonnenstrahl hin-fällt, Leben und Bewegung, und wo sich die rollende Erdkugelihm auf einer Seite entzieht, todte Ruhe und Stille. Heiter-keit in freudiger Mittagsfülle diesseits, düstere Mitternachtjenseits des Erdballs! — Und, wie dies, auch im gleichenAugenblick, je nach dem Stand der Erde zur Sonne, würdestdu auf einem Theil der dahinschwebcnden Weltkugel Alles weitvon winterlichem Eis und Schnee versilbert, die Bewohner vomFroste halb erstarrt sehen; während auf einem andern Theile die