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6 (1837) Gott in der Natur
Entstehung
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mehr Religion sein könnte. Dies Wesentliche aller Religionenist immer: Glaube an Gottheit, Verhältniß des Menschenzum Göttlichen, und Wirkung solches Verhältnisses auf einLeben nach dem Tode. Wie in der christlichen Religion, so findenwir diese Hauptsätze selbst bei den wildesten Völkerschaften.

So lange der Verstand der Völker noch unerleuchtet ist,werden auch diese drei Dinge von ihnen äußerst unvollkommengedacht werden. Auch bei den Heiden ist Glaube an Gottheit,aber fie bevölkern Erde und Himmel mit vielen Göttern. Auchsie fühlen ein unvermeidliches Verhältniß zwischen sich undden Göttern, von denen sie alles Böse fürchten, alles Gutehoffen. Darum erkennen sie gewisse Pflichten an, welche derMensch gegen die Götter habe. So sind die Opfer entstanden.Auch ist in ihnen Heller oder dunkler die Vorstellung von einemLeben nach dem Tode, auf welches ihre Götter großen Einfluß-haben.

Je ungebildeter ein Volk ist, je verworrener ist dessenReligionsbegriff. Aber auch diese kindischen Vorstellungen derMenschen von göttlichen Dingen beurkunden die Erhabenheitdes Menschen über das Thier, und daß sich die Gottheit in ihmgeoffenbart habe. Denn woher sonst der Gedanke an Gott,Ewigkeit und Menschenpflichten? Daß man weiß, daß Gottsei, sagt Paulus, ist den Heiden offenbar, denn Gott hat esihnen offenbaret, damit daß Gottes unsichtbares Wesen, das ist,seine ewige Kraft und Gottheit, wird ersehen; so man daswahrnimmt an den Werken, nämlich an der Schöpfung derWelt: also, daß siekeine Entschuldigung haben. (Röm. 1,19.20.)

Je mehr sich die Völker auebildeten und reif wurden, jemehr machten sie Zusätze zu den uransanglichen Re-ligionsbegriffen. Es mag Völker gegeben haben und nochgeben, in denen bloß erst der Gvttesglaube lag, und bei denensonst weder Opfer für die höhern Wesen, noch Spuren vonErwartung einer Fortdauer nach dem Tode gefunden werden.Aber aus dem Gottesglauben ging, wie aus einem Keim, balddie Furcht und Hoffnung, das Gebet und der Opferdienst, alsoder Anfang zur Religiosität, hervor; endlich auch der