feiner Gewerbe und Jahrmärkte, erklingen feierlich, wie ausLen Wolken nieder, die Stimmen der Glocken. Sie mahnen-an das Höhere, Geistige; zur Verehrung des höchsten Wesensfn den Tempeln. Wie in der abendländischen Christenheit dieTust vom Glockenruf zahlloser Kirchen erschallt, so ruft imMorgenlande von den Thürmen herab der Tempcldiencr dieGläubigen zur Andacht, und Tausende wenden sich betend gegenAufgang der Sonne, und beugen ihre Stirn in den Staub vorDem, vor welchem Alles Staub ist. Die Schulen der Judenerklingen vom Preise Jehova's. Durch Arabiens Wüsten zieheneinsame Schaaren der Wallfahrer zum Grabe ihres Propheten.Der Indier kniet an seinem heiligen Strome Ganges. DerPerser geht auf des Hügels Höhen, fern vom Getöse dcSLebens zum Ursprung des Lebens zu beten, und seine Arme zurSonne, als dem Sinnbilde des unsichtbaren Gottes, zu erheben.In den weiten Räumen wandernder Hirtenvölker steigen Rauch-säulen der Opfernden auf von einfachen Altären. Der WildeLiegt seufzend vor einem Bilde, und fleht zum großen Geist.
Das ist das Erhabene des Menschengeschlechts! Aller OrtenZeht das Geistige über das Irdische auf, und über den dumpfenHierischen Naturtrieb die heilige Sehnsucht der Seelen zumUnsichtbaren, der das Vergängliche an das Ewige knüpft. AllesHat sein Gebet, Alles seine Religion; nur das vernunftloscThier nicht, und unter den Menschen der nicht, welcher auswahnsinnigem Vernunststolz dem Thier wieder gleich wird, undGott und Ewigkeit bezweifeln oder läugnen will. Aber die ZahlDieser Irrenden ist klein und ein Nichts gegen die Allheit desMenschengeschlechts. Ihre vermeinte Weisheit ist eine wider-fpruchvolle Verzerrung ihres Gemüths, in welcher sie sich GötterDünken im Weltall. Aber in allen Erdstrichen, in allen Zeit-altern betet die Menschheit, und hat gebetet in SalomonsGeist: Dich', Gott, kennen, ist eine vollkommeneGerechtigkeit; und Deine Macht wissen, ist eineWurzel des ewigen Lebens. (Weish. Sal. 15, 3.) Dennnur erst alsdann ist der Mensch wahrlich Mensch, und als dasVollkommnere gerecht, was er sein soll, nämlich über die Thier-