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6 (1837) Gott in der Natur
Entstehung
Seite
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In jenen Tagen der ersten Menschheit, unweit den Zeitenihrer Erschaffung, da man noch weniger an Erfindung oderStillung neuer, künstlicher Leibesbedürfnisse, mehr an dasdachte, was dem Göttlichen verwandt war, sannen sie auchüber den Ursprung der außerordentlichen Verschiedenheit in denSprachen der Völker.

Und es bewahrte stch eine uralte, ehrwürdige Sage, dieMoses in dem ersten seiner Bücher für die nachkommendenGeschlechter aufbehielt.

Nach den Tagen der Sündfluth nämlich hatte noch alle Welteinerlei Zunge und Sprache. Es zogen die NachkömmlingeNoahs in die Ebenen von Sinear. Da sie sich vermehrten, dasie meistens von Viehzucht lebten, und zur Erhaltung ihrer Heer-den vielen Raum gebrauchten, mußten oft ganze Familien mitdenselben in die Ferne ziehen, um Weide genug zu finden.Dann verloren sie sich oft. auf immer von den Ihrigen, undfanden die Heimath ihrer Väter nicht wieder. Darum beschloßman, einen hohen Thurm zu bauen, dessen Spitze bis an denHimmel reiche, damit man ein Zeichen habe, woran man ausentlegener Gegend die Heimath erkenne. Dies aber war widerdie Abficht Gottes, welcher alle Länder der Erde mit Menschenbevölkert haben wollte. Darum, heißt es, verwirrte er ihreSrache, daß Keiner des Andern Sprache vernehme. Alsozerstreute sie der Herr von dannen in alle Länder. (1. Mos.11, 1 tt.)

Es ist eine sehr eitle Mühe, zu erforschen, welches wohldie allererste Sprache der Menschen gewesen sein möge. 'Wasuns die Schrift lehrt, daß im Anfänge alle Welt einerlei Zungeund Sprache gehabt habe, bestätigt auch sowohl das eigeneNachdenken, als die Natur und eigcnthümliche Verwandtschaftaller Sprachen unter einander. Diese Verwandtschaft ist nochweit bestimmter und bleibender in gewissen Lauten, womitSachen bezeichnet werden, als in den Worten selbst. Dennanfänglich ward ohne Zweifel, wenn man einen Gegenstandbeschreiben wollte, derselbe durch Töne gemalt und geberdet,die entweder dessen eigcnthümlichen Ton nachahmten, oder seine