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6 (1837) Gott in der Natur
Entstehung
Seite
106
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die Vollkommenheit des Werkzeuges meine Seele zu Vielemuntüchtig wird. Aber wie leicht vergaß ich, daß auch selbst derLeib nur Nebensache ist, wenn höhere Pflichten gebieten; daßich weder Glanz noch Schönheit achten soll, wenn cs daraufankommt, der Unschuld und Tugend den Vorzug zu geben;daß ich für das Unglück meiner Mitmenschen in entscheidendenAugenblicken weder Unbequemlichkeiten noch Gefahren, selbstden Tod für meine Brüder nicht scheuen soll!

Ich weiß, o mein Schöpfer, daß ich die Freuden desLebens genießen darf, so lange sie nicht im Widerspruch mitder Tugend stehen, die mir mein Jesus geboten; ich weiß, daß >ich verpflichtet bin, darauf zu denken, diejenigen Mittel zu ver-mehren, durch welche ich der Welt immer nützlicher werdenkann, mir Geschicklichkeiten, Kenntnisse, Vermögen, Ansehenzu erwerben. Allein wie oft vergaß ich unbesonnen, über dasBestreben nach den Mitteln, das Streben nach dem höher« undheiligen Zweck derselben, und versplitterte in unnützen Sorgen,in fruchtlosen Anstrengungen meine Kräfte, um immer zu haben,ohne recht würdig zu gebrauchen, was mir schon durch DeinenSegen verliehen war!

Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. Darumwill ich fortan wachen, beten und arbeiten, daß ich nicht inAnfechtung falle, sondern daß mein Geist überwinde und nachDeinem heiligen Willen handle. Amen.