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6 (1837) Gott in der Natur
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leben, für die Befriedigung von Begierden, Neigungen undWünschen, die nicht über den heutigen Tag, über das künftigeJahr, wie über die endliche und unfehlbare Todesstunde hinwegreichen? Was ist der Mensch mehr, als ein veredeltes Thier,wenn er zwar einsteht, er solle Jesu Christi, des Göttlichen,Wort erfüllen: Sei vollkommen, wie dein Vater imHimme-l vollkommen ist; wenn er zwar zu den Tempelnrilt, um die höhere Wahrheit zu vernehmen, aber sie nicht erfüllt;wenn er zwar zum Schöpfer seines Lebens betet, aber dessenWillen nicht vollzieht, wie ihn der Gottessohn uns offenbaret hat;wenn er zwar die äußerlichen Gebräuche der christlichen Kirchegewohntermaßen beobachtet, aber nicht in Christi Sinn lebt,nicht segnet, die ihm fluchen, nicht wohlthut denen, die ihn be*leidigen, nicht Gott über Alles und jeden seiner Miterschaffenenwie sich selber liebt? wenn er zwar für Augenblicke sichermannt und das Gesetz des Geistes ehrt, aber bald wieder,und von der elendesten Gewohnheit, von der unreinsten Neigungbeherrscht, dem Gesetz des Fleisches unterthan wird? Darummahnte der Erlöser so ernst, so rührend auf Gethsemane seineJünger und das ganze Menschengeschlecht durch sie: Wachet undbetet, daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Der Geist istwillig, a^>er das Fleisch ist schwach. (Matth. 26, 41.)

Auch ich-auch ich fühle meine Schuld, meine Ver-

sunkenheit, meine Unwürdigkeit vor Dir, o Du Allerhciligster,o Schöpfer meines unsterblichen Geistes, auch ich, indem ich aufmein vergangenes Leben und Treiben, Suchen und Arbeiten,Lieben und Hassen zurückschaue, erkenne mit Beschämung undBetrübniß, daß ich mehr im Fleische, als im Geiste lebte, undrin Sklav niedriger, sinnlicher Begierden war, denen ich oftach, nur allzuoft meine höchste Angelegenheit, meine heiligstenPflichten und die ernstesten Anregungen meines Gewissens auf-opferte. Ich verwechselte nur allzuoft das Geringste mit demWichtigsten, das Vorübergehende mit dem, was ewigen Werth.bchä-t.

Ich weiß, o mein Schöpfer, daß ich die Pflicht habe, fürdie Erhaltung und Gesundheit meines Leibes zu sorgen; daß ohne

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